484 Fachbegriffe — endlich verständlich.
Firsthöhe, U-Wert, JAZ, Bodenrichtwert, iSFP: In jedem Hausdossier — und in jedem Gespräch mit Handwerkern und Energieberatern — fallen Fachbegriffe. Hier finden Sie sie alle, kurz erklärt.
Paragraph des Einkommensteuergesetzes für selbstnutzende Denkmaleigentümer: Sanierungskosten können über zehn Jahre mit je 9 Prozent als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden.
§ 35c EStG (Steuerbonus Sanierung)Eine steuerliche Förderung für energetische Sanierungsmaßnahmen an selbstgenutzten Wohngebäuden: Eigentümer können 20 % der Kosten (max. 40.000 €) über drei Jahre von der Einkommensteuer abziehen.
§ 7i EStGParagraph des Einkommensteuergesetzes, der vermietenden Denkmaleigentümern erlaubt, Sanierungskosten über zwölf Jahre mit je 9 Prozent jährlich von der Steuer abzuschreiben.
Die Abnahme ist der formelle Akt, mit dem ein Auftraggeber bestätigt, dass eine Bauleistung vertragsgemäß erbracht wurde – sie startet die Gewährleistungsfrist.
AbstandsflächeVorgeschriebener Mindestabstand, den ein Gebäude oder eine Anlage zur Nachbargrenze einhalten muss, geregelt in der Landesbauordnung.
AbtauvorgangBei Luft-Wasser-Wärmepumpen bildet sich bei niedrigen Außentemperaturen Eis am Verdampfer. Der Abtauvorgang schmilzt dieses Eis automatisch und unterbricht kurzzeitig die Wärmeerzeugung. Er beeinflusst die Jahresarbeitszahl.
AfA (Absetzung für Abnutzung)Die steuerliche Abschreibung für Gebäude, die es Vermietern erlaubt, die Anschaffungskosten über viele Jahre verteilt als Werbungskosten abzuziehen. Der Standardsatz beträgt 2 oder 3 Prozent jährlich.
AgrivoltaikAgrivoltaik (Agri-PV) bezeichnet die gleichzeitige Nutzung einer Fläche für Solarstromerzeugung und landwirtschaftliche Produktion. Module werden erhöht aufgeständert, sodass darunter Maschinen fahren oder Kulturen wachsen können.
ALKISAmtliches Liegenschaftskataster-Informationssystem — bundesweit einheitliche Datenbank der Vermessungsverwaltungen mit Flurstücks- und Gebäudegeometrien.
Allgemeines Wohngebiet (WA)Eine im Bebauungsplan festgesetzte Baugebietskategorie, die hauptsächlich dem Wohnen dient und nach Baunutzungsverordnung (BauNVO) bestimmte Nutzungen erlaubt und andere ausschließt. Relevant für Schallschutzgrenzwerte.
AlterswertminderungDer Wertabzug, der im Sachwertverfahren auf die Herstellungskosten eines Gebäudes angewendet wird, um das Alter und die verbleibende Nutzungsdauer zu berücksichtigen. Je älter und schlechter saniert ein Gebäude, desto größer der Abzug.
AltlastenVerdächtige oder bekannte Bodenverunreinigungen aus früherer Nutzung. Können Bebauung, Wert und Finanzierung erheblich belasten.
AltlastenkatasterDas Altlastenkataster ist ein behördliches Register, in dem altlastverdächtige und tatsächlich kontaminierte Grundstücke erfasst sind. Es wird von den Kommunen oder Landkreisen geführt.
AmortisationZeit, bis eine Investition durch die jährlichen Ersparnisse zurückverdient ist. Stark vom U-Wert-Sprung abhängig: kurz bei Einblasdämmung, lang bei Fenstertausch und Maßnahmen nahe am Zielwert.
AnnuitätEine Annuität ist die gleichbleibende jährliche oder monatliche Rate, mit der ein Darlehen aus Zins und Tilgung zurückgezahlt wird. Der Zinsanteil sinkt dabei über die Laufzeit, während der Tilgungsanteil steigt.
Arbeitspreis (Energie)Der Arbeitspreis ist der verbrauchsabhängige Teil einer Energierechnung, der pro tatsächlich verbrauchter Kilowattstunde (kWh) berechnet wird – im Gegensatz zum fixen Grundpreis.
ATKIS-DGM (Digitales Geländemodell)Das ATKIS-DGM ist ein amtliches digitales Geländemodell der deutschen Vermessungsbehörden, das Höheninformationen der Erdoberfläche mit hoher Genauigkeit enthält und u. a. für Verschattungsanalysen von Solaranlagen genutzt wird.
AuflassungsvormerkungEin vorläufiger Eintrag im Grundbuch, der nach Vertragsunterzeichnung beim Notar eingetragen wird. Sie schützt den Käufer davor, dass der Verkäufer die Immobilie in der Zeit bis zur endgültigen Eigentumsumschreibung nochmals verkauft oder belastet.
AufsparrendämmungDurchgehende Dämmschicht oberhalb der Dachsparren, unter der Dacheindeckung. Wärmebrückenarm, aber nur bei Neueindeckung wirtschaftlich.
AufständerungEine Aufständerung ist das Trägersystem, mit dem Solarmodule auf einem Flachdach oder einer ebenen Fläche in einem bestimmten Neigungswinkel montiert werden – damit sie optimal zur Sonne ausgerichtet sind.
AufstockungErweiterung eines bestehenden Gebäudes durch das Hinzufügen eines weiteren Vollgeschosses oder den Ausbau des Dachraums zur Wohnfläche.
AuslegungstemperaturDie tiefste Außentemperatur, die an einem bestimmten Standort statistisch erwartet wird und für die eine Heizungsanlage ausgelegt werden muss. Sie variiert je nach Region und fließt in die Heizlastberechnung ein.
AutarkiegradAnteil des Strombedarfs, der durch die eigene PV-Anlage (mit Speicher) gedeckt wird. Zu unterscheiden vom Eigenverbrauchsanteil.
AzimutHimmelsrichtung der Dachfläche (0° = Norden, 180° = Süden). Süd (180°) ist optimal, Südost/Südwest (135°/225°) verlieren nur wenige Prozent Ertrag.
Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle — zuständig für BEG-Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle (Dämmung, Fenster: 15 % Grundförderung, +5 % mit iSFP). Den Heizungstausch fördert dagegen die KfW (Zuschuss 458).
BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle)Das BAFA ist die Bundesbehörde, die staatliche Förderprogramme für energetische Sanierungen und Energieberatung verwaltet – darunter Zuschüsse für Dämmmaßnahmen, Fenster und Anlagentechnik sowie die Energieberatungsförderung.
BalkonkraftwerkSteckerfertige Mini-PV-Anlage (bis 800 W Einspeiseleistung) für Balkon, Terrasse oder Garten. Vereinfacht angemeldet, ohne Elektriker nutzbar.
BalkonplatteEine Balkonplatte ist die durchgehende Betonplatte, die aus dem Gebäude herausragt und den Balkon trägt – sie ist eine der wirkungsstärksten Wärmebrücken im Altbau.
BaualtersklasseStandardisierte Bau-Zeitabschnitte (z. B. vor 1978, 1978–1994, ab 1995) — sie bestimmen Bauweise und typische Dämmstandards.
BaugenehmigungDie behördliche Genehmigung, die vor dem Bau, Umbau oder Abriss eines Gebäudes eingeholt werden muss. Ohne sie durchgeführte Baumaßnahmen können rückgängig gemacht werden müssen.
Baugesetzbuch (BauGB)Das zentrale Bundesgesetz für Städtebau und Bodenrecht in Deutschland. Es regelt unter anderem Bauleitplanung, Bodenrichtwerte und städtebauliche Maßnahmen.
BaumschutzverordnungDie Baumschutzverordnung ist eine gemeindliche Vorschrift, die das Fällen oder starke Beschneiden von Bäumen ab einer bestimmten Größe genehmigungspflichtig macht oder ganz verbietet.
Baunutzungsverordnung (BauNVO)Bundesverordnung, die die im Bebauungsplan festsetzbaren Gebietsarten (z. B. Wohngebiet, Mischgebiet) und die zulässigen Nutzungen in diesen Gebieten definiert.
BauvoranfrageAnfrage beim Bauamt vor dem eigentlichen Bauantrag, um verbindlich zu klären, ob ein Vorhaben grundsätzlich genehmigungsfähig ist.
BayernLabo / LandesförderbankLandesförderbanken wie die BayernLabo (Bayern) oder die NRW.BANK (NRW) sind staatliche Förderinstitute der Bundesländer, die ergänzend zu KfW und BAFA zinsgünstige Kredite oder Zuschüsse für Sanierung und Energiemaßnahmen anbieten.
BBodSchGDas Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) ist das zentrale deutsche Gesetz zum Schutz des Bodens und zur Regelung von Altlasten. Es bestimmt, wer für Bodenkontaminationen haftet und sanieren muss.
Bebauungsplan (B-Plan)Verbindlicher kommunaler Bauleitplan, der für ein Gebiet Art und Maß der Bebauung festlegt — etwa GRZ, Geschosse, Dachform und Baugrenzen.
BedarfsausweisDer Bedarfsausweis ist ein Energieausweis-Typ, der den theoretischen Energiebedarf eines Gebäudes auf Basis einer technischen Berechnung ermittelt. Er bewertet die Gebäudehülle und Heiztechnik unabhängig vom Nutzerverhalten.
Befreiung (§ 31 BauGB)Behördliche Ausnahme vom Bebauungsplan, die unter bestimmten Voraussetzungen gewährt werden kann, wenn ein Vorhaben vom festgesetzten Standard abweicht.
BEGBundesförderung für effiziente Gebäude — das Dachprogramm für die energetische Sanierung. Heizungstausch über die KfW (Zuschuss 458), Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle über das BAFA.
BEG Einzelmaßnahmen (BEG EM)Die BEG Einzelmaßnahmen sind der Teil der Bundesförderung für effiziente Gebäude, der einzelne Sanierungsschritte wie Dämmung, Fenstererneuerung oder Heizungstausch fördert – ohne dass eine Komplettsanierung notwendig ist.
BEG Wohngebäude (BEG WG)Die BEG Wohngebäude ist der Teil der Bundesförderung für effiziente Gebäude, der umfassende Sanierungen oder den Neubau auf einem bestimmten KfW-Effizienzhaus-Standard fördert – über zinsgünstige Kredite mit Tilgungszuschuss.
Belastungsklasse (Lärm)Grobeinordnung des geschätzten Verkehrslärms in vier Stufen: < 50 gering, 50–55 moderat, 55–65 erhöht, ≥ 65 dB hoch. Orientiert an WHO 2018 (53 dB) und UBA-Schwellen (65 dB tags).
BeleihungswertDer Beleihungswert ist der Wert einer Immobilie, den eine Bank als Sicherheit für ein Darlehen ansetzt. Er liegt in der Regel unter dem Verkehrswert und berücksichtigt langfristige Wertbeständigkeit.
Bemessungsgrundlage (Steuer)Die steuerliche Bemessungsgrundlage ist das zu versteuernde Einkommen, auf das der Steuersatz angewendet wird. Abzüge von der Bemessungsgrundlage senken das Einkommen, Abzüge direkt von der Steuerschuld sind wirksamer.
BestandsgebäudeAls Bestandsgebäude gelten alle Gebäude, die bereits errichtet und in Betrieb sind – im Gegensatz zu Neubauten im Baugenehmigungsverfahren. Der Begriff ist die zentrale Kategorie in Sanierungsförderungen wie dem BEG.
BestandsschutzRechtliche Schutzposition, die es erlaubt, ein legal errichtetes Gebäude oder eine legal installierte Anlage auch dann weiterzubetreiben, wenn sie heutigen Bauvorschriften nicht mehr entspricht.
BetriebskostenumlageDie Betriebskostenumlage bezeichnet das Recht des Vermieters, bestimmte laufende Kosten eines Gebäudes – wie Heizkosten oder Wasser – über die Nebenkostenabrechnung auf die Mieter umzulegen.
Bewertungsgesetz (BewG)Das Bundesgesetz, das regelt, wie Vermögensgegenstände — insbesondere Immobilien — für steuerliche Zwecke bewertet werden. Es ist relevant für die Berechnung von Erbschaft-, Schenkung- und Grundsteuer.
Bidirektionales LadenBidirektionales Laden ermöglicht es, Energie nicht nur in den Akku eines Elektroautos zu laden, sondern bei Bedarf auch wieder zurück ins Hausnetz oder ins öffentliche Stromnetz zu speisen.
Bifaziales ModulBifaziale Solarmodule erzeugen auf beiden Seiten Strom – auf der Vorderseite durch direkte Sonneneinstrahlung, auf der Rückseite durch reflektiertes Streulicht. Sie eignen sich besonders für Fassadenanlagen und helle Untergründe.
BImSchGDas Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) ist das zentrale deutsche Umweltgesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen wie Lärm, Staub und Abgasen. Es bildet die Rechtsgrundlage für Lärmkartierung und Luftreinhaltepläne.
BiomasseheizungHeizungsanlage, die nachwachsende Rohstoffe wie Holz, Pellets oder Hackschnitzel verbrennt und nach GEG als erneuerbare Heizungsform gilt.
BiomethanBiomethan ist aufbereitetes Biogas, das auf Erdgasqualität gebracht und ins Gasnetz eingespeist wird – es gilt als erneuerbare Alternative zu fossilem Erdgas.
BIPV (gebäudeintegrierte Photovoltaik)BIPV (Building Integrated Photovoltaics) bezeichnet Photovoltaikmodule, die als Bestandteil der Gebäudehülle verbaut sind und dabei gleichzeitig eine Baufunktion erfüllen – z. B. als Fassade, Dacheindeckung oder Brüstung.
BivalenzpunktDie Außentemperatur, ab der bei einer Hybridheizung der zweite Wärmeerzeuger (z. B. ein Gaskessel) zuschaltet oder die alleinige Heizung übernimmt. Oberhalb läuft ausschließlich die Wärmepumpe.
Blower-Door-TestMessverfahren zur Prüfung der Luftdichtheit eines Gebäudes über einen Differenzdruck. Liefert den Kennwert n50 bzw. q50.
BodengutachtenEin Bodengutachten (auch Baugrunduntersuchung) ist eine fachliche Untersuchung des Untergrunds eines Grundstücks. Es klärt Tragfähigkeit, Bodentyp und mögliche Kontaminationen.
BodenrichtwertAmtlicher €/m²-Lagewert für ein typisiertes, unbebautes Grundstück einer Zone. Wird alle 1–2 Jahre vom Gutachterausschuss festgelegt (BORIS-Portal).
Bodentyp / BK50Bodenart und -typ am Standort aus der Bodenkarte BK50 (Bodenkarte von Niedersachsen 1:50.000, LBEG/NIBIS). Deckt nur Niedersachsen ab — für Bremen liegt hier kein Bodentyp vor.
BodenwertWert des reinen Grundstücks (ohne Gebäude): Fläche × Bodenrichtwert, ggf. mit Umrechnungsfaktoren. Basis der Sachwertermittlung.
BohrteufeDie Bohrteufe bezeichnet die Tiefe, auf die eine Erdwärmesonde oder ein Bohrloch in den Boden abgeteuft wird. Sie bestimmt maßgeblich die Leistung und die Kosten einer Erdwärmeanlage.
BORIS-DDas Bodenrichtwert-Informationssystem Deutschland: ein bundesweites Onlineportal, das Bodenrichtwerte aller Bundesländer auf einer Karte zusammenführt und kostenlos zugänglich macht.
BörsenstrompreisDer Börsenstrompreis ist der Preis, zu dem Strom an der Strombörse (z. B. EPEX Spot) gehandelt wird – er schwankt stündlich und spiegelt Angebot und Nachfrage wider.
BrandschutzBrandschutz bezeichnet alle baulichen Maßnahmen, die verhindern sollen, dass ein Brand entsteht, sich ausbreitet oder Menschen gefährdet – im Dämmbereich ist das Brandverhalten des Dämmstoffs entscheidend.
Brauchwasser-WärmepumpeEin kompaktes Gerät, das ausschließlich Warmwasser für Dusche, Küche und Bad erzeugt – ohne die Heizungsanlage. Es entzieht dem Aufstellraum Wärme und ist zwei- bis dreimal effizienter als ein elektrischer Boiler.
Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG)Das BEHG ist das deutsche Gesetz, das seit 2021 einen nationalen CO₂-Preis auf fossile Brenn- und Kraftstoffe wie Heizgas und Heizöl einführt.
BrennstoffzelleEine Brennstoffzelle erzeugt durch eine elektrochemische Reaktion von Wasserstoff (oder Erdgas mit Reformer) gleichzeitig Strom und Wärme. Im Eigenheim wird sie als dezentrale Kraft-Wärme-Kopplungsanlage eingesetzt.
BrennwertkesselGas- oder Ölheizung, die zusätzlich die Kondensationswärme der Abgase nutzt. Effizienteste fossile Technik — aber GEG-pflichtig beim Neueinbau.
BrettschichtholzBrettschichtholz (BSH oder Leimholz) ist ein Holzwerkstoff aus parallel verklebten Holzlamellen, der vor allem als Träger, Stütze oder Balken verwendet wird. Es ist stabiler und formbeständiger als gewachsenes Massivholz.
BrettsperrholzBrettsperrholz (BSP) ist ein Holzwerkstoff aus kreuzweise verklebten Brettlagen, der als massive Wand- oder Deckenplatte eingesetzt wird. Es verbindet die Vorteile von Holz mit hoher Dimensionsstabilität.
BruttostromerzeugungDie Bruttostromerzeugung gibt die gesamte in Deutschland erzeugte Strommenge an, bevor Eigenverbrauch der Kraftwerke und Netzverluste abgezogen werden.
Bundesförderung Energieberatung Wohngebäude (BEW)Die BEW ist ein BAFA-Programm, das die Kosten einer professionellen Energieberatung für Wohngebäude – einschließlich der Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans – mit bis zu 80 Prozent bezuschusst.
Bypass-DiodeEine Bypass-Diode ist ein kleines elektronisches Bauteil in einem Solarmodul, das bei partieller Verschattung den Stromfluss um das betroffene Teilfeld herumleitet und so größere Leistungseinbrüche verhindert.
Clipping bezeichnet den Verlust, der entsteht, wenn eine PV-Anlage mehr Leistung erzeugt, als der Wechselrichter verarbeiten kann – die überschüssige Leistung wird gekappt und geht verloren.
CO2-Abgabe (nationaler Emissionshandel)Die CO2-Abgabe ist ein Aufpreis auf fossile Brennstoffe wie Gas und Heizöl, mit dem der Ausstoß von Kohlendioxid verteuert wird, um Anreize zur Energieeinsparung zu setzen.
CO₂-BilanzDie CO₂-Bilanz eines Gebäudes gibt an, wie viel Kohlendioxid durch den Betrieb über ein Jahr ausgestoßen wird – sie hängt vor allem vom Heizsystem, der Wohnfläche und dem Dämmniveau ab.
CO₂-Emissionen (Gebäude)Die CO₂-Emissionen eines Gebäudes geben an, wie viel Kohlendioxid durch den Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser freigesetzt wird. Seit 2023 sind sie im Energieausweis verpflichtend anzugeben.
CO₂-Preis (BEHG)Abgabe auf fossile Brennstoffe (Gas, Öl) nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz. Steigt jährlich und verteuert fossiles Heizen planmäßig.
COPCoefficient of Performance — Effizienz im Prüfpunkt (z. B. A2/W35: Außenluft 2 °C, Vorlauf 35 °C nach EN 14511). Eine Momentaufnahme, nicht das Jahresmittel.
Als Dachaufbauten bezeichnet man alle Konstruktionen, die über die eigentliche Dachfläche hinausragen – wie Schornsteine, Lüftungsrohre, Dachgauben, Antennen oder Dachlucken – und bei der Solarplanung als Hindernisse berücksichtigt werden müssen.
DacheindeckungDie Dacheindeckung ist das Material, mit dem ein Dach wasserundurchlässig abgedeckt wird – zum Beispiel Tondachziegel, Betondachsteine, Schiefer oder Bitumenbahnen auf Flachdächern.
DachflächenfensterEin Dachflächenfenster ist ein in die Dachschräge eingebautes Fenster, das Räume unter dem Schrägdach mit Tageslicht versorgt – und das bei der Solarplanung als Hindernis auf der nutzbaren Modulfläche zu berücksichtigen ist.
DachgaubeAufbau im geneigten Dach mit eigenem Fenster, der Stehhöhe und Licht im Dachgeschoss schafft. Verkleinert die zusammenhängende Solarfläche.
DachlastDachlast bezeichnet das Gesamtgewicht aller Lasten, die auf einer Dachkonstruktion wirken – neben dem Eigengewicht des Daches also auch Schnee, Personen und Aufbauten wie Solarmodule.
DachneigungWinkel der Dachflächen gegen die Horizontale. 30–45° sind typisch und gleichzeitig nahe am Optimum für PV-Anlagen in Deutschland.
DachstatikDie Dachstatik beschreibt die Tragfähigkeit einer Dachkonstruktion: Sie legt fest, welche Lasten – etwa durch Schnee, Wind oder Solarmodule – das Dach sicher aufnehmen kann.
DämmstoffMaterial mit geringer Wärmeleitfähigkeit zur Reduktion von Wärmeverlusten. Unterschiede in Lambda-Wert, Brandverhalten, Diffusion und Ökobilanz.
DampfbremseEine Dampfbremse ist eine Folie oder Schicht in der Dachkonstruktion, die den Feuchtigkeitsdurchtritt von innen nach außen verlangsamt – aber nicht vollständig verhindert. Sie unterscheidet sich von der vollständig dichten Dampfsperre.
DampfbremsfolieEine Dampfbremsfolie ist eine Kunststofffolie, die den Durchtritt von Wasserdampf durch eine Baukonstruktion verlangsamt, aber nicht vollständig verhindert – im Unterschied zur vollständig sperrenden Dampfsperre.
DampfsperreDampfdichte bzw. -bremsende Schicht auf der warmen Innenseite einer Dämmung — verhindert, dass Raumfeuchte in den Bauteilquerschnitt eindringt und dort kondensiert. Vor allem bei Dachdämmungen relevant.
Day-Ahead-MarktDer Day-Ahead-Markt ist der Stromhandelsmarkt, an dem täglich die Preise für jede Stunde des folgenden Tages per Auktion festgelegt werden.
Demand ResponseDemand Response bezeichnet die Fähigkeit von Verbrauchern, ihren Stromverbrauch flexibel an das Netzangebot anzupassen – zum Beispiel die Wärmepumpe bevorzugt in günstigen Stunden laufen zu lassen.
dena (Deutsche Energie-Agentur)Die dena ist eine halbstaatliche Agentur, die im Auftrag der Bundesregierung die Expertenliste für Förderprogramme des Bundes führt und damit regelt, welche Energieberater Förderanträge stellen dürfen.
Denkmal-SonderabschreibungSteuerliche Vergünstigung für Denkmaleigentümer, die es erlaubt, Sanierungskosten über zwölf Jahre vollständig von der Einkommensteuer abzuziehen.
DenkmallisteAmtliches Verzeichnis der als Kulturdenkmal eingestuften Gebäude und Anlagen in einem Bundesland.
DenkmalschutzDenkmalschutz bezeichnet den gesetzlichen Schutz von Gebäuden mit historischer, kultureller oder architektonischer Bedeutung, der Veränderungen an der äußeren Gestalt einschränkt.
Deutscher Wetterdienst (DWD)Bundesbehörde, die Wetterdaten, Klimastatistiken und Strahlungsmesswerte für Deutschland erhebt und für Planungszwecke – etwa Solarertrag und Heizlastberechnung – bereitstellt.
DiffusionsoffenEigenschaft eines Bauteils oder Dämmstoffs, Wasserdampf hindurchtreten und nach außen abtrocknen zu lassen. Wichtig für einen feuchtesicheren, schimmelfreien Wandaufbau.
DiffusstrahlungDiffusstrahlung ist das Sonnenlicht, das durch Wolken, Dunst oder Streuung in der Atmosphäre aus vielen Richtungen gleichzeitig auf eine Fläche trifft – im Gegensatz zur direkten Sonneneinstrahlung bei klarem Himmel.
Digitales Geländemodell (DGM)Digitale Darstellung der Erdoberfläche ohne Gebäude und Vegetation – Grundlage für Hangneigungsberechnungen, Hochwassermodellierungen und Geländeanalysen.
Digitales Oberflächenmodell (DOM)Digitale Darstellung der Erdoberfläche inklusive aller aufstehenden Objekte wie Gebäude, Bäume und Brücken – Grundlage für Firsthöhen, Verschattungsanalysen und Solarberechnungen.
DreifachverglasungDreifachverglasung besteht aus drei Glasscheiben mit zwei edelgasgefüllten Scheibenzwischenräumen und ist der aktuelle Effizienzstandard bei Fenstern mit U-Werten von 0,7 bis 1,1 W/(m²·K).
DunkelflauteEine Dunkelflaute ist eine Wetterperiode, in der gleichzeitig wenig Sonneneinstrahlung und wenig Wind herrschen – was die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen stark einschränkt.
Dynamischer StromtarifEin dynamischer Stromtarif orientiert sich an den stündlichen Börsenpreisen – statt eines festen Kilowattpreises zahlen Kunden den tagesaktuellen Marktpreis plus einem fixen Aufschlag.
Die EEG-Einspeisevergütung ist die gesetzlich festgelegte Vergütung, die Betreiber von Photovoltaikanlagen für jede ins öffentliche Netz eingespeiste Kilowattstunde Strom erhalten.
Effizienzbonus (BEG)Ein zusätzlicher Förderbonus im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), der Wärmepumpen belohnt, die natürliche Kältemittel (z. B. Propan/R290) nutzen. Er beträgt 5 Prozentpunkte auf den Basisfördersatz.
Effizienzhaus-StufeDie Effizienzhaus-Stufe (z. B. EH 55, EH 40) beschreibt, wie viel Energie ein saniertes oder neu gebautes Gebäude im Vergleich zu einem gesetzlichen Referenzgebäude verbraucht. Je niedriger die Zahl, desto effizienter das Haus.
EffizienzklasseEine Bewertungsskala von A+ bis H, die den Energiezustand eines Gebäudes zusammenfasst. Sie steht im Energieausweis und muss bei Verkauf und Vermietung angegeben werden.
EigenkapitalEigenkapital ist das Kapital, das ein Eigentümer selbst – ohne Kredit – in eine Investition einbringt. Bei einer PV-Anlage entscheidet der Eigenkapitalanteil maßgeblich über die erreichbare Rendite.
Eigenkapital (Sanierung)Eigenkapital bei einer Sanierungsfinanzierung ist der Anteil der Investitionssumme, den der Eigentümer aus eigenen Mitteln – ohne Kredit – aufbringt. Ein höherer Eigenkapitalanteil verbessert die Kreditkonditionen und senkt die Gesamtkosten.
EigenverbrauchAnteil des erzeugten Solarstroms, der direkt im Haushalt verbraucht statt eingespeist wird. Ohne Speicher ~30 %, mit 10-kWh-Speicher ~60–70 %. Nicht zu verwechseln mit dem Autarkiegrad.
EigenverbrauchsanteilDer Eigenverbrauchsanteil gibt an, welcher Prozentsatz des selbst erzeugten Solarstroms direkt im Gebäude verbraucht wird. Der Rest wird ins Netz eingespeist. Ein hoher Eigenverbrauchsanteil verbessert die Wirtschaftlichkeit der Anlage.
EigenverbrauchsquoteDie Eigenverbrauchsquote gibt an, wie viel Prozent des von einer Photovoltaikanlage erzeugten Stroms direkt im Haus verbraucht wird – der Rest wird ins Netz eingespeist.
EinblasdämmungEinblasen von losem Dämmstoff (Zellulose, Mineralwolle-Granulat, EPS-Perlen) in einen vorhandenen Hohlraum der Außenwand. Investition ~32–60 €/m². Bei großem U-Wert-Sprung sehr kurze Amortisation.
EindeckungDie Eindeckung ist die äußerste wasserdichte Schicht eines Dachs – also die Ziegel, Pfannen, Schiefer- oder Blechplatten, die das Haus vor Regen und Schnee schützen.
EinkommensbonusDer Einkommensbonus ist ein zusätzlicher Förderaufschlag von 30 Prozentpunkten beim Heizungstausch für Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 40.000 Euro.
Einkommensteuerbefreiung (PV)Seit dem Jahressteuergesetz 2022 sind Einnahmen aus dem Betrieb kleiner Photovoltaikanlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern vollständig von der Einkommensteuer befreit – sowohl Einspeisevergütung als auch Eigenverbrauch.
Einkommensteuergesetz (EStG)Das Einkommensteuergesetz (EStG) ist das zentrale deutsche Steuergesetz, das regelt, welche Einkünfte steuerpflichtig sind und welche Steuerermäßigungen – wie der § 35c für energetische Sanierungen – abgezogen werden dürfen.
EinspeisevergütungGarantierte Vergütung je eingespeister kWh aus dem EEG. Stand Feb 2026 für Anlagen bis 10 kWp: ~7,78 ct/kWh bei Überschusseinspeisung, ~12,34 ct/kWh bei Volleinspeisung.
ElektrolyseElektrolyse ist ein Verfahren, bei dem elektrischer Strom eine chemische Reaktion antreibt. Im Energiekontext bezeichnet Elektrolyse die Aufspaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff – die Grundlage der Herstellung von grünem Wasserstoff.
ElementarschadenversicherungDie Elementarschadenversicherung ist eine Zusatzversicherung zur Wohngebäudeversicherung und deckt Schäden durch Naturereignisse wie Hochwasser, Starkregen, Erdrutsch oder Erdbeben ab.
EmissionsfaktorDer Emissionsfaktor gibt an, wie viel CO₂ pro verbrauchter Kilowattstunde eines Energieträgers (z. B. Strom, Gas) ausgestoßen wird – angegeben in Gramm CO₂ pro kWh.
EndenergiebedarfDie Energiemenge, die „an der Hausgrenze" für Heizung und Warmwasser geliefert werden muss — Basis der Heizkostenabschätzung.
Endoskopische PrüfungVor einer Einblasdämmung in zweischaligem Mauerwerk prüft ein Fachbetrieb mit einer kleinen Kamera durch gebohrte Löcher, ob der Hohlraum frei, trocken und für die Dämmung geeignet ist.
Energetische Sanierungsmaßnahmen-Verordnung (ESanMV)Die ESanMV ist eine Bundesverordnung, die abschließend auflistet, welche Sanierungsarbeiten steuerlich nach § 35c EStG anerkannt werden – von der Außenwanddämmung bis zur Lüftungsanlage.
EnergieausweisPflichtdokument bei Verkauf und Vermietung (GEG § 80). Zwei Varianten: Bedarfsausweis (rechnerisch aus der Bausubstanz) oder Verbrauchsausweis (aus dem realen 3-Jahres-Verbrauch). Skala A+ bis H.
EnergieberaterEin Energieberater ist ein Fachmann, der den energetischen Zustand eines Gebäudes bewertet und Sanierungsmaßnahmen sowie Fördermöglichkeiten empfiehlt. Für viele Förderanträge bei BAFA und KfW ist ein zugelassener Energieberater Pflicht.
Energieberatung vor OrtBei der Energieberatung vor Ort besucht ein zugelassener Energieberater das Gebäude persönlich, begutachtet Bausubstanz, Dämmzustand und Heizanlage und erstellt auf dieser Basis einen Sanierungsplan oder Förderantrag.
Energieeffizienz-ExperteEin Energieeffizienz-Experte ist eine von BAFA oder KfW zugelassene Fachperson, die Sanierungsmaßnahmen begleitet und Förderanträge fachlich bestätigt.
EnergieeffizienzklasseDie Energieeffizienzklasse ist eine Einstufung des Gebäudes nach seinem Endenergiebedarf oder -verbrauch auf einer Skala von A+ (sehr effizient) bis H (sehr ineffizient). Sie wird im Energieausweis angegeben.
Energieeinsparverordnung (EnEV)Frühere deutsche Verordnung zu energetischen Mindestanforderungen an Gebäude, die 2020 vom Gebäudeenergiegesetz (GEG) abgelöst wurde.
Energiekosten-IndexIndexierter Verlauf der Energiepreise (Strom, Gas, Öl). Richtwerte 2026: Haushaltsstrom ~37 ct/kWh, Erdgas ~12 ct/kWh (brutto inkl. CO₂) — alle volatil und tendenziell steigend.
Energiemanagementsystem (EMS)Ein Energiemanagementsystem (EMS) ist eine Steuerungssoftware, die Erzeugung, Speicherung und Verbrauch von Energie in einem Gebäude in Echtzeit koordiniert und optimiert.
EnergiewendeDie Energiewende bezeichnet den schrittweisen Umbau der deutschen Energieversorgung weg von fossilen Brennstoffen (Kohle, Gas, Öl) hin zu erneuerbaren Energien wie Wind, Solar und Biomasse.
Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)Das EnWG ist das zentrale Gesetz zur Regulierung der deutschen Strom- und Gasversorgung – es regelt Netzzugang, Netzentgelte und seit 2022 auch die Pflicht für dynamische Stromtarife.
EnEV (Energieeinsparverordnung)Die Energieeinsparverordnung (EnEV) war von 2002 bis 2020 das zentrale Regelwerk für Energieeffizienz von Gebäuden in Deutschland. Sie wurde 2020 vom Gebäudeenergiegesetz (GEG) abgelöst.
EntsiegelungEntsiegelung bezeichnet den Rückbau wasserundurchlässiger Beläge (Asphalt, Beton) auf Grundstücken und deren Ersatz durch versickerungsfähige Flächen oder Begrünung.
EPD (Umweltproduktdeklaration)Eine EPD (Environmental Product Declaration) ist ein standardisiertes Dokument, das die Umweltwirkungen eines Bauprodukts über seinen gesamten Lebenszyklus transparent darstellt.
EPS (Styropor)Expandiertes Polystyrol — günstiger, leichter Dämmstoff, Standard bei Wärmedämm-Verbundsystemen an der Fassade.
ErbengemeinschaftEine Gemeinschaft mehrerer Erben, die ein Erbe gemeinsam übernehmen und zunächst gemeinsam über es verfügen müssen. Beschlüsse müssen in der Regel einstimmig gefasst werden, was bei Immobilien zu Konflikten führen kann.
ErbschaftsteuerEine Steuer auf Vermögen, das durch Erbschaft oder Schenkung übertragen wird. Bei Immobilien richtet sich die Bewertungsgrundlage nach dem Bewertungsgesetz, Freibeträge hängen vom Verwandtschaftsgrad ab.
ErdkollektorHorizontal in etwa 1,5 Metern Tiefe verlegte Rohrschlangen im Garten, durch die eine Sole zirkuliert und der Erdwärme entnimmt. Günstigere Alternative zur Tiefenbohrung, benötigt aber mehr Grundstücksfläche.
ErdwärmekollektorEin Erdwärmekollektor ist ein System aus horizontalen Kunststoffrohren, die in etwa 1 bis 1,5 Meter Tiefe im Boden verlegt werden und der Erde Wärme entziehen. Er ist Teil einer Sole-Wasser-Wärmepumpenanlage.
ErdwärmesondeEine Erdwärmesonde ist ein senkrecht in den Boden gebohrtes Rohr, das in 50 bis 200 Meter Tiefe Erdwärme für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe erschließt.
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)Das EEG ist das zentrale deutsche Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien – es regelt unter anderem die Einspeisevergütung für Solarstrom und den Anschluss erneuerbarer Anlagen ans Netz.
ErschließungAnbindung eines Grundstücks an Straße, Wasser, Abwasser, Strom und ggf. Gas/Glasfaser. Voraussetzung für Bebaubarkeit und werterhöhend.
ErtragswertverfahrenBewertung über die nachhaltig erzielbaren Mieterträge. Standard bei vermieteten Renditeobjekten (Mehrfamilienhäuser, Gewerbe).
EstrichEstrich ist eine mineralische Ausgleichsschicht aus Mörtel oder Beton, die als Untergrund für Bodenbeläge dient und bei Fußbodenheizungen die Wärme speichert und verteilt.
Europäischer Emissionshandel (ETS)Das ETS (Emissions Trading System) ist das europäische Handelssystem für CO₂-Zertifikate, das große Industrieanlagen und Kraftwerke zur Zahlung eines Preises für ihre CO₂-Emissionen verpflichtet.
ExposéDas Verkaufsdokument einer Immobilie, das Fotos, Grundrisse und wesentliche Kennzahlen zum Objekt enthält. Es dient Kaufinteressenten als erste Informationsgrundlage.
Die Fachunternehmererklärung ist ein amtliches Formular, das der ausführende Handwerksbetrieb nach Abschluss einer geförderten Maßnahme ausfüllt und unterzeichnet – sie bestätigt die ordnungsgemäße Ausführung und ist Voraussetzung für die Auszahlung der Förderung.
Fassaden-PVFassaden-PV bezeichnet die Montage von Photovoltaikmodulen an der vertikalen Außenwand eines Gebäudes. Ost- und Westfassaden produzieren vor allem morgens und abends Strom und ergänzen damit eine Dachanlage.
FensterlaibungDie Fensterlaibung ist die innere und äußere Wandfläche rund um einen Fensterrahmen – also die seitlichen, oberen und unteren Flächen des Mauerwerks, in das das Fenster eingebaut ist.
FernwärmeWärmelieferung über ein Leitungsnetz aus zentralen Erzeugern. Im Haus genügt eine Übergabestation statt eigener Heizung.
Ferraris-ZählerDer Ferraris-Zähler ist der klassische analoge Stromzähler mit einer rotierenden Aluminiumscheibe – er erfasst nur den Gesamtverbrauch, nicht den zeitlichen Verlauf, und muss für dynamische Tarife ausgetauscht werden.
Feststoffakku (Solid-State-Battery)Feststoffakkus ersetzen den flüssigen Elektrolyten herkömmlicher Lithium-Ionen-Zellen durch ein festes Material (Keramik, Polymer oder Sulfid). Sie versprechen höhere Energiedichte, mehr Sicherheit und schnelleres Laden – sind aber noch nicht im Massenmarkt erhältlich.
FFH-GebietEin FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat-Gebiet) ist ein nach EU-Recht ausgewiesenes Naturschutzgebiet, das besondere Lebensräume und Arten schützt. Es ist Teil des europaweiten Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000.
FirsthöheHöhe vom Boden bis zum höchsten Punkt des Daches (First). Aus dem 3D-Gebäudemodell der Landesvermessung gemessen.
FlachdachDach mit sehr geringer Neigung (meist < 10°). Module werden hier aufgeständert — Ausrichtung und Reihenabstand sind frei wählbar.
Flächenheizung (Fußbodenheizung)Heizung über große Flächen (Boden, Wand) mit niedriger Vorlauftemperatur. Ideale Voraussetzung für einen effizienten Wärmepumpenbetrieb.
FlächenkollektorEin horizontal in etwa 1,5 Metern Tiefe verlegtes Rohrsystem zur Erdwärmegewinnung für Sole-Wasser-Wärmepumpen. Günstiger als eine Tiefenbohrung, benötigt aber 200–400 m² unversiegelte Grundstücksfläche.
FlächennutzungsplanDer Flächennutzungsplan (FNP) ist das übergeordnete städtebauliche Planungsdokument einer Gemeinde. Er legt fest, welche Flächen für Wohnen, Gewerbe, Landwirtschaft oder Grün vorgesehen sind.
FlächenversiegelungAnteil eines Grundstücks, der mit wasserundurchlässigen Belägen bedeckt ist. Relevant für Regenwassergebühr und Entwässerung.
FlurstückAmtlich vermessene Katastereinheit — die kleinste Buchungseinheit des Liegenschaftskatasters. Eindeutig über Land, Gemarkung, Flur und Zähler/Nenner identifiziert.
FlurstücksbezeichnungAmtliche Kennzeichnung eines Grundstücks im Liegenschaftskataster, bestehend aus Gemarkung, Flur und Flurstücksnummer.
FlurstücksnummerDie eindeutige Identifikationsnummer eines Grundstücks im amtlichen Liegenschaftskataster. Sie identifiziert ein Grundstück in Kombination mit Gemarkung und Flurnummer eindeutig.
FörderantragDer Förderantrag ist der offizielle Antrag auf staatliche Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite für eine Sanierungsmaßnahme, der zwingend vor Auftragsvergabe an den Handwerker gestellt werden muss.
FörderberatungFörderberatung bezeichnet die Beratungsleistung, die Eigentümern hilft, die passenden Förderprogramme für eine geplante Sanierung zu identifizieren, Anträge korrekt zu stellen und Fristen einzuhalten.
FörderquoteAnteil der förderfähigen Kosten, der durch öffentliche Zuschüsse erstattet wird. Wärmepumpe (KfW, Bestandsgebäude): bis 70 %; Dämmung/Fenster (BAFA): 15 %, mit iSFP 20 %.
FrosttagEin Frosttag ist ein Tag, an dem die Lufttemperatur mindestens einmal auf unter 0 Grad Celsius sinkt. Die Anzahl der Frosttage am Wohnort beeinflusst Heizenergiebedarf und Baukonstruktion.
FugenlüftungFugenlüftung bezeichnet den unkontrollierten Luftaustausch, der in älteren Gebäuden durch undichte Fensterrahmen, Mauerwerksrisse und poröse Baustoffe stattfindet.
Alle wärmeübertragenden Außenflächen eines Gebäudes — Außenwände, Dach, Fenster, Boden gegen Erdreich. Über sie geht die Heizwärme verloren.
GefachEin Gefach ist der Hohlraum zwischen zwei tragenden Elementen einer Holzrahmenkonstruktion oder zwischen Dachsparren, der oft mit Dämmstoff ausgefüllt wird.
GEGGebäudeenergiegesetz — bündelt die energetischen Anforderungen an Gebäude. Die 65-%-Erneuerbare-Pflicht für neue Heizungen (§ 71) greift im Bestand fristabhängig ab 30.06.2026 bzw. 30.06.2028.
GeoportalInternetplattform von Behörden oder Bundesländern, über die amtliche Geodaten wie Bebauungspläne, Bodenrichtwerte oder Flurkarten öffentlich abrufbar sind.
GeothermieGeothermie bezeichnet die Nutzung der im Erdinneren gespeicherten Wärmeenergie. Im Gebäudebereich ist damit meist die oberflächennahe Geothermie gemeint, die Erdwärmesonden oder -kollektoren für Wärmepumpen nutzt.
Geschossflächenzahl (GFZ)Verhältnis der gesamten Geschossfläche zur Grundstücksfläche. Begrenzt zusammen mit der GRZ, wie viel Wohnfläche auf einem Grundstück entstehen darf.
GestaltungssatzungEine Gestaltungssatzung ist eine kommunale Vorschrift, die das äußere Erscheinungsbild von Gebäuden in bestimmten Ortslagen regelt – zum Beispiel Fassadenfarben, Dachformen oder Materialien.
GestehungskostenGestehungskosten (auch: Erzeugungskosten) sind die gesamten Kosten für die Erzeugung einer Kilowattstunde Energie – sie umfassen Investition, Betrieb, Wartung und Kapitalkosten über die gesamte Anlagenlaufzeit.
GewährleistungGewährleistung bezeichnet die gesetzliche Pflicht eines Handwerkers, Mängel an seiner Bauleistung zu beheben – bei Bauleistungen beträgt die Frist in der Regel fünf Jahre nach Abnahme.
GewährleistungsversicherungEine Gewährleistungsversicherung für PV-Anlagen sichert den Käufer gegen Insolvenz des Installateurs ab und garantiert, dass Gewährleistungsansprüche auch nach einer möglichen Betriebsaufgabe des Unternehmens durchgesetzt werden können.
Gewinnermittlung (PV-Anlage)Die Gewinnermittlung für eine Photovoltaikanlage ist die steuerliche Berechnung, bei der Einnahmen aus Einspeisung und Eigenverbrauch den Betriebskosten gegenübergestellt werden – seit 2022 für Kleinanlagen nicht mehr nötig.
Glaser-VerfahrenDas Glaser-Verfahren ist eine Rechenmethode aus der Bauphysik, mit der überprüft wird, ob in einem Wandaufbau Tauwasser ausfällt – also ob Feuchtigkeit in der Konstruktion kondensiert.
GlobalstrahlungGesamte auf eine horizontale Fläche treffende Sonnenstrahlung (direkt + diffus), gemessen in kWh/m² pro Jahr. Maß für das Solarangebot eines Standorts.
Grauer CO₂Als grauer CO₂ bezeichnet man die Treibhausgasemissionen, die bei der Herstellung, dem Transport und der Entsorgung von Baumaterialien entstehen – also nicht im laufenden Betrieb eines Gebäudes.
GrundbuchDas Grundbuch ist ein amtliches Register, das Eigentumsverhältnisse und Belastungen von Grundstücken und Gebäuden dokumentiert. Einträge im Grundbuch haben öffentlichen Glauben und rechtliche Bindungswirkung.
GrunderwerbsteuerEine Steuer, die beim Kauf eines Grundstücks oder einer Immobilie fällig wird. Sie wird vom Bundesland festgelegt und beträgt je nach Land zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises.
GrundflächeDie gesamte Fläche eines Gebäudes im Grundriss, gemessen an den Außenmaßen. Sie unterscheidet sich von der Wohnfläche, da sie alle Räume einschließt, auch Mauerstärken, Keller und Nebenräume.
GrundlastDer dauerhaft anfallende, gleichmäßige Wärmebedarf eines Gebäudes über das Jahr, den ein Heizsystem zuverlässig und wirtschaftlich decken soll. Im Unterschied dazu gibt es die Spitzenlast an besonders kalten Tagen.
GrundpfandrechtDingliches Sicherungsrecht an einem Grundstück, das einem Gläubiger (typisch: einer Bank) das Recht gibt, das Grundstück zu verwerten, wenn ein Darlehen nicht zurückgezahlt wird.
Grundpreis (Energie)Der Grundpreis ist der feste, monatliche oder jährliche Kostenanteil in einem Energievertrag, der unabhängig vom tatsächlichen Verbrauch anfällt – zum Beispiel für die Bereitstellung und den Betrieb der Anlage.
GrundschuldEine Belastung im Grundbuch, die einer Bank als Sicherheit für ein Immobiliendarlehen dient. Wenn der Kreditnehmer nicht zahlt, darf die Bank das Grundstück zwangsversteigern lassen.
GrundsteuerJährliche kommunale Steuer auf Grundbesitz. Seit der Reform 2025 auf Basis neuer Grundsteuerwerte und kommunaler Hebesätze.
GrundsteuermessbetragDer Grundsteuermessbetrag ist eine Zwischengröße bei der Grundsteuerberechnung. Er ergibt sich aus dem Grundsteuerwert (nach der Reform 2022) multipliziert mit der Steuermesszahl und bildet die Berechnungsgrundlage für die Gemeinde.
GrundwasserspiegelDer Grundwasserspiegel ist der Pegel, bis zu dem der Boden mit Wasser gesättigt ist. Er beeinflusst Keller-Trockenheit, Gründungstiefe und die Eignung des Bodens für Erdwärme-Anlagen.
GRZGrundflächenzahl — Verhältnis von überbauter Fläche zur Grundstücksfläche. Planungsrechtlich legt sie fest, wie viel bebaut werden darf; im Bericht zeigen wir den gemessenen Ist-Wert aus dem Liegenschaftskataster (Gebäudegrundfläche ÷ Grundstück).
GutachterausschussUnabhängiges, kommunal angesiedeltes Gremium, das Kaufpreise sammelt und daraus Bodenrichtwerte sowie Marktdaten ableitet.
Eine Hangrutschung ist das Abrutschen von Erdmassen an einem Hang, ausgelöst durch Starkregen, Schneeschmelze oder Erschütterungen. Sie kann Gebäude und Grundstücke unmittelbar gefährden.
HärteklauselGesetzliche Ausnahmeregelung, die Eigentümern unter bestimmten Bedingungen erlaubt, vorgeschriebene Sanierungsmaßnahmen auszusetzen oder zu mildern, wenn sie wirtschaftlich unzumutbar sind.
HausanschlussDer Hausanschluss ist die elektrische Verbindung eines Gebäudes mit dem öffentlichen Stromnetz, begrenzt durch die Absicherung (z. B. 25 A oder 63 A pro Phase).
HaushaltsstrompreisDer Haushaltsstrompreis ist der Gesamtpreis pro Kilowattstunde, den private Haushalte für Strom zahlen – er setzt sich aus Erzeugungskosten, Netzentgelten, Steuern und Abgaben zusammen.
Hebesatz (Grundsteuer)Der Hebesatz ist ein von der Gemeinde festgelegter Multiplikator, mit dem der Grundsteuermessbetrag zur tatsächlichen Grundsteuerschuld hochgerechnet wird. Er unterscheidet sich je nach Gemeinde erheblich.
HeizgradtageHGT15/20 (= Gradtagzahl GTZ 20/15 nach VDI 2067) — Summe der täglichen Differenzen zwischen Raum-Soll (20 °C) und Tagesmittel-Außen an Heiztagen (Tagesmittel < 15 °C). DE-Mittel ~3.650 K·d/a.
HeizkörperKlassische Wärmeübergabe an Wand. Für die Wärmepumpe entscheidend ist, ob die Räume auch bei niedriger Vorlauftemperatur warm werden.
HeizkörpernischeEine Heizkörpernische ist eine Vertiefung in der Außenwand, in die ein Heizkörper eingelassen wurde – die dünnere Wandstärke an dieser Stelle führt zu erhöhtem Wärmeverlust und Schimmelgefahr.
HeizkostenDie jährlichen Kosten für die Beheizung eines Gebäudes, zusammengesetzt aus Energieverbrauch und Energieträgerpreis. Sie hängen stark von Dämmzustand, Heizsystem und Nutzungsverhalten ab.
HeizkostenabrechnungJährliche Aufstellung der tatsächlichen Heizkosten und -verbräuche — eine der wertvollsten realen Eingangsgrößen für die Wirtschaftlichkeitsrechnung (Wärmepumpe vs. Gas, Dämmeffekt).
Heizkurve (Heizkennlinie)Regelkurve, die die Vorlauftemperatur der Heizung an die Außentemperatur koppelt. Richtig eingestellt spart sie spürbar Energie.
HeizlastMaximaler Wärmebedarf eines Hauses bei tiefster Norm-Außentemperatur (DIN EN 12831). Eine reine Gebäudegröße — sie bestimmt die kW-Auslegung der Wärmepumpe und hängt nicht vom COP ab.
HeizstabEin Heizstab ist ein elektrisches Heizelement, das in einen Warmwasserbereiter oder Pufferspeicher eingebaut wird und überschüssigen Solarstrom direkt in Wärme umwandelt.
Heizungspumpe (Umwälzpumpe)Eine elektrisch angetriebene Pumpe, die das Heizungswasser im Kreislauf zwischen Wärmeerzeuger und Heizkörpern umwälzt. Veraltete Pumpen sind ein häufig übersehener Energiefresser.
HeizwärmebedarfDer Heizwärmebedarf gibt an, wie viel Energie ein Gebäude jährlich benötigt, um die Innenräume auf eine Standardtemperatur zu heizen – er hängt von Dämmung, Fensterflächen, Gebäudeform und Klima ab.
Heizwert (Hi)Der Heizwert (auch unterer Heizwert, Hi) gibt an, wie viel Wärme bei der vollständigen Verbrennung eines Brennstoffs freigesetzt wird – ohne Kondensation des Wasserdampfes in den Abgasen. Brennwertkessel nutzen zusätzlich die Kondensationswärme.
Heizwert und BrennwertDer Heizwert eines Brennstoffs gibt die nutzbare Wärmemenge ohne die Kondensationswärme des Wasserdampfs an; der Brennwert schließt diese Kondensationswärme mit ein und ist daher höher.
HeizwertkesselEin Heizwertkessel ist eine ältere Heizkesselbauart, die nur die fühlbare Wärme der Verbrennung nutzt, aber die in den Abgasen enthaltene Kondensationswärme ungenutzt lässt. Er hat einen geringeren Wirkungsgrad als ein Brennwertkessel.
HerstellungskostenDie kalkulierten Kosten, die es heute kosten würde, ein Gebäude in gleichwertiger Ausführung neu zu errichten. Sie bilden zusammen mit dem Bodenwert die Grundlage des Sachwertverfahrens.
HitzetagEin Hitzetag ist ein Tag, an dem die Lufttemperatur mindestens 30 Grad Celsius erreicht. Die Anzahl der Hitzetage am Standort ist ein Indikator für sommerlichen Überhitzungsdruck auf Gebäude.
HochwassergefahrenkarteEine Hochwassergefahrenkarte ist eine amtliche Karte, die zeigt, welche Flächen bei Hochwasserereignissen unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit überflutet werden. Sie ist Grundlage für Risikoabschätzungen und Baugenehmigungen.
HohlschichtLuftschicht zwischen Außen- und Innenmauer eines zweischaligen Mauerwerks (z. B. hinter einer Klinker-Vorsatzschale). Meist 4–8 cm — ideal für die Einblasdämmung.
HolzfaserdämmungNachwachsender Dämmstoff aus Holzfasern. Diffusionsoffen, guter sommerlicher Hitzeschutz, häufig im Dach und bei Innendämmung.
HolzpelletsHolzpellets sind gepresste Zylinder aus Sägemehl oder Holzspänen, die als Brennstoff in Pelletheizungen eingesetzt werden – sie gelten als CO₂-neutral und sind vom nationalen CO₂-Preis weitgehend ausgenommen.
HolzrahmenbauDer Holzrahmenbau ist eine Bauweise, bei der ein Tragwerk aus senkrechten und waagerechten Holzständern gebildet wird, zwischen die Dämmung eingebracht und außen beplankt wird. Er ist die in Deutschland am meisten verbreitete Holzbauweise.
HQ100Überschwemmungsfläche eines statistisch einmal in 100 Jahren erwarteten Hochwassers. In Niedersachsen vom NLWKN je Gewässer ausgewiesen — Abdeckung nur entlang kartierter Gewässer.
HybridheizungEine Hybridheizung kombiniert zwei Wärmeerzeugungssysteme – typischerweise eine Wärmepumpe und einen Gas- oder Pelletkessel –, die je nach Außentemperatur und Effizienz abwechselnd oder gemeinsam betrieben werden.
HybridwechselrichterEin Hybridwechselrichter vereint die Funktionen eines Solar-Wechselrichters und eines Batterie-Wechselrichters in einem Gerät und ermöglicht so die direkte Kopplung von PV-Anlage und Batteriespeicher.
Hydraulischer AbgleichEinregulierung der Heizung, damit jeder Heizkörper genau die benötigte Wassermenge erhält. Senkt Vorlauftemperatur und Verbrauch, oft förderfähig.
HygroskopischHygroskopisch bedeutet, dass ein Material Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft aufnehmen und wieder abgeben kann. Holz ist typischerweise hygroskopisch und verändert dabei sein Volumen.
Hygrothermische SimulationEine hygrothermische Simulation berechnet über einen längeren Zeitraum, wie Wärme und Feuchtigkeit gemeinsam durch ein Bauteil wandern – genauer als das vereinfachte Glaser-Verfahren.
Die Immobilienwertermittlungsverordnung ist die gesetzliche Grundlage für die Wertermittlung von Grundstücken und Gebäuden in Deutschland. Sie legt fest, welche Verfahren Gutachter anwenden dürfen.
ImmoWertV (Immobilienwertermittlungsverordnung)Die ImmoWertV ist die deutsche Verordnung, die regelt, wie der Verkehrswert (Marktwert) von Immobilien zu ermitteln ist.
InfrarotheizungEine Infrarotheizung ist ein Heizsystem, das kurzwellige Wärmestrahlung abgibt und damit Wände, Böden und Gegenstände direkt erwärmt – ähnlich wie Sonnenstrahlung. Sie gehört zur Gruppe der Stromdirektheizungen.
InnendämmungDämmung der Außenwand von innen — Lösung, wenn die Fassade (z. B. Fachwerk, Denkmal) erhalten bleiben muss. Bauphysikalisch anspruchsvoll.
InstandhaltungsrücklageDie Instandhaltungsrücklage ist ein Geldbetrag, den Eigentümer regelmäßig zurücklegen, um künftige Reparaturen und Erneuerungen am Gebäude finanzieren zu können. Als Faustregel gelten 1,0–1,5 % des Gebäudewertes pro Jahr.
InstandhaltungsrückstauDer aufgelaufene Rückstand an Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die an einem Gebäude unterblieben sind. Er mindert den Verkehrswert und wird beim Kauf oft unterschätzt.
Inverter-TechnologieEine Steuerungstechnik bei Wärmepumpen und Klimaanlagen, bei der der Elektromotor des Verdichters seine Drehzahl stufenlos anpasst – statt nur Ein/Aus zu schalten. Das spart Energie und schont den Verdichter.
iSFPIndividueller Sanierungsfahrplan — strukturierter Energieberater-Bericht mit empfohlener Maßnahmen-Reihenfolge. Erhöht die BAFA-Förderung danach umgesetzter Hüllenmaßnahmen um 5 Prozentpunkte (15 % → 20 %).
Erzeugte kWh pro Jahr je kWp installierter Leistung. An der norddeutschen Küste real eher 900–950 kWh/kWp, im DE-Mittel ~1.000, in Süddeutschland bis ~1.100–1.200.
JahresnutzungsgradDer Jahresnutzungsgrad gibt an, wie effizient eine Heizungsanlage über ein ganzes Jahr die eingesetzte Energie in nutzbare Wärme umwandelt – angegeben als Prozentwert.
JAZJahresarbeitszahl — Verhältnis von erzeugter Wärme zu eingesetztem Strom über ein ganzes Jahr. Luft-Wasser real ~3,0–3,8, Sole-Wasser ~3,8–4,8. BEG-Förderung verlangt JAZ ≥ 3,0 für alle Typen.
Eine spezielle Flüssigkeit oder ein Gas, das im geschlossenen Kreislauf einer Wärmepumpe zirkuliert und durch Verdampfen und Kondensieren Wärme von einer Stelle zur anderen transportiert.
KalziumsilikatKalziumsilikat ist ein mineralischer Dämmstoff aus Kalk und Quarz, der besonders für die Innendämmung geeignet ist, weil er Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben kann.
KaufnebenkostenKosten beim Immobilienkauf, die zusätzlich zum Kaufpreis anfallen, etwa für Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und Makler. Sie betragen typischerweise 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises.
KaufpreissammlungDie Kaufpreissammlung ist eine bei den Gutachterausschüssen geführte Datenbank aller tatsächlich beurkundeten Immobilienkaufpreise. Sie bildet die Grundlage für die Ermittlung von Bodenrichtwerten und Marktanpassungsfaktoren.
KellerdeckendämmungDie Kellerdeckendämmung bezeichnet das nachträgliche Aufbringen von Dämmplatten oder Einblaswolle an der Unterseite der Kellerdecke. Sie reduziert Wärmeverluste nach unten und sorgt für wärmere Böden im Erdgeschoss.
KerndämmungDie Kerndämmung bezeichnet das nachträgliche Einblasen oder Einbringen von Dämmmaterial in den Hohlraum (Luftschicht) einer zweischaligen Außenwand – ohne dass die Fassade von außen oder innen geöffnet werden muss.
KernsanierungEine umfassende Sanierung, bei der ein Gebäude bis auf die tragende Konstruktion zurückgebaut und vollständig erneuert wird. Sie ist aufwendiger und teurer als eine energetische Sanierung.
KfWKreditanstalt für Wiederaufbau — die Förderbank des Bundes. Vergibt im Rahmen der BEG den Heizungs-Zuschuss 458 (Wärmepumpe) sowie zinsgünstige Sanierungskredite mit Tilgungszuschuss.
KfW-EffizienzhausEnergieeffizienz-Standard relativ zu einem gesetzlichen Referenzgebäude (100 = GEG-Anforderungsniveau). KfW-55 = 55 % des Referenzbedarfs; je kleiner die Zahl, desto effizienter.
KfW-HeizungsförderungZinsgünstige Darlehen der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau), die den Einbau erneuerbarer Heizungsanlagen wie Wärmepumpen finanzieren. Ergänzt die direkten Zuschüsse der BAFA im Rahmen des BEG.
KfW-Programm 261Das KfW-Programm 261 (Bundesförderung für effiziente Gebäude – Wohngebäude Kredit) bietet zinsgünstige Darlehen mit Tilgungszuschuss für die umfassende Sanierung eines Wohngebäudes auf einen bestimmten Effizienzhaus-Standard.
KfW-Programm 270Das KfW-Programm 270 (Erneuerbare Energien – Standard) bietet zinsgünstige Kredite für die Errichtung und Erweiterung von Photovoltaikanlagen und anderen Erneuerbare-Energie-Anlagen – unabhängig von einer Gebäudesanierung.
KfW-Programm 458Das KfW-Programm 458 ist seit August 2024 das zentrale Förderprogramm für den Austausch von Heizungsanlagen in privaten Wohngebäuden – es ersetzt die frühere BAFA-Heizungsförderung für Privatpersonen.
KleinunternehmerregelungDie Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG befreit Unternehmer mit geringem Umsatz von der Pflicht, Umsatzsteuer auszuweisen und abzuführen – früher für PV-Betreiber relevant, um Bürokratie zu vermeiden.
KlimageschwindigkeitsbonusDer Klimageschwindigkeitsbonus ist ein zusätzlicher Förderbonus von 20 Prozentpunkten beim Heizungstausch, wenn eine noch funktionierende fossile Heizung (Gas, Öl, Kohle) vorzeitig gegen ein erneuerbares System ausgetauscht wird.
Klimaschutzziel 2045Das deutsche Klimaschutzziel 2045 schreibt vor, dass Deutschland bis zu diesem Jahr treibhausgasneutral sein soll – Emissionen müssen auf nahezu null sinken oder verbleibende Emissionen kompensiert werden.
Kommunale WärmeplanungDie kommunale Wärmeplanung ist eine gesetzliche Pflicht für Städte und Gemeinden, einen Plan zu erstellen, wie die Wärmeversorgung in ihrem Gebiet bis 2045 klimaneutral gestaltet werden soll.
KonstanttemperaturkesselEin Konstanttemperaturkessel ist ein älterer Gas- oder Ölkessel, der das Kesselwasser dauerhaft auf eine hohe Temperatur (meist 70–90 °C) aufheizt, auch wenn kein Wärmebedarf besteht. Er gilt als veraltet und ineffizient.
Kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL)Eine kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) ist eine mechanische Anlage, die kontinuierlich frische Luft ins Gebäude bringt und verbrauchte Luft abführt – unabhängig vom manuellen Lüften.
KonzessionsabgabeDie Konzessionsabgabe ist eine Gebühr, die Energieversorgungsunternehmen an Kommunen zahlen für das Recht, Leitungen im öffentlichen Raum zu verlegen – sie wird über den Energiepreis auf die Verbraucher umgelegt.
KubaturDas umbaute Volumen eines Gebäudes (Brutto-Rauminhalt). Grundlage für Wärmebedarfs- und Wertschätzungen.
KumulierungsgrenzeDie Kumulierungsgrenze legt fest, bis zu welchem Betrag verschiedene Förderprogramme für dieselbe Maßnahme kombiniert werden dürfen – die Gesamtförderung darf in der Regel die förderfähigen Kosten nicht übersteigen.
kWpKilowatt-Peak — Nennleistung einer PV-Anlage unter Standard-Testbedingungen (1000 W/m², 25 °C Modultemperatur, definiertes Spektrum). Etwa 2 m² moderne Module je kWp.
Materialkennwert für die Wärmeleitfähigkeit eines Dämmstoffs (W/(m·K)). Je kleiner, desto besser dämmt das Material bei gleicher Dicke.
LandesbauordnungGesetz eines Bundeslandes, das die technischen und ordnungsrechtlichen Anforderungen an Gebäude sowie die Genehmigungsverfahren für Bauvorhaben regelt.
LandschaftsschutzgebietEin Landschaftsschutzgebiet (LSG) ist eine nach Bundesnaturschutzgesetz ausgewiesene Schutzfläche. Es schützt das Landschaftsbild, die Erholungsfunktion und den Naturhaushalt – mit weniger strengen Regeln als ein Naturschutzgebiet.
Laserscandaten (LiDAR)Laserscandaten (auch LiDAR) sind durch Laserimpulse gewonnene 3D-Messdaten, die Gebäude, Bäume und Geländeformen mit Zentimetergenauigkeit erfassen und als Basis für präzise Solarertragssimulationen dienen.
LastspitzeEine Lastspitze ist ein kurzzeitig hoher Strombedarf, der entsteht, wenn viele Geräte gleichzeitig laufen – zum Beispiel Wärmepumpe, Wallbox und Haushalt zur selben Zeit.
LastverschiebungLastverschiebung bezeichnet das gezielte Verlagern von Stromverbrauchern – wie Waschmaschine, Geschirrspüler oder Wärmepumpe – in Zeiten hoher Solarproduktion, um mehr selbst erzeugten Strom direkt zu nutzen.
Lden / Tag-MittelungspegelMaß für die Geräuschbelastung durch Verkehr. Wir zeigen eine Distanz-Schätzung (Tag-Mittelungspegel je Straßenklasse, in Anlehnung an RLS-90) — keine amtliche Lärmkartierung.
LeerstandsquoteDie Leerstandsquote gibt an, welcher Anteil des Wohn- oder Gewerbegrunds an einem Standort ungenutzt leersteht. Sie ist ein wichtiger Indikator für die Nachfragesituation am lokalen Immobilienmarkt.
LegionellenschutzMaßnahme zur Vermeidung von Legionellen (Krankheitserreger) im Trinkwarmwasser. Warmwasserspeicher müssen regelmäßig auf mindestens 60 °C erhitzt werden, um das Bakterienwachstum zu verhindern.
Leistungsgarantie (Solarmodul)Die Leistungsgarantie eines Solarmoduls sichert zu, dass das Modul nach einer bestimmten Anzahl von Jahren noch mindestens einen festgelegten Prozentsatz seiner ursprünglichen Leistung erbringt – üblicherweise 85–90 % nach 25 Jahren.
LeistungsoptimiererEin Leistungsoptimierer (Power Optimizer) ist ein kleines Gerät, das an jedem Solarmodul sitzt und dessen Ausgangsleistung unabhängig vom Rest der Anlage optimiert, bevor der Strom zum zentralen Wechselrichter geleitet wird.
LeistungsverzeichnisEin Leistungsverzeichnis ist eine detaillierte Aufstellung aller zu erbringenden Arbeiten und Materialien in einem Handwerkerangebot – mit Menge, Einheit und Einzelpreis je Position.
LFP (Lithium-Eisenphosphat)LFP (Lithium-Ferrum-Phosphat, LiFePO₄) ist eine Zellchemie für Lithium-Ionen-Akkus, die besonders sicher, langlebig und temperaturstabil ist. Sie wird heute am häufigsten in stationären Hausenergiespeichern eingesetzt.
LiDAR (Laserscanning)LiDAR (Light Detection and Ranging) ist ein Messverfahren, das Laserimpulse aussendet und die Rückkehrzeiten misst, um dreidimensionale Geländemodelle und Gebäudestrukturen zu erfassen. Aus Flugzeugen eingesetzt, liefert es die Grundlage für LOD2-Stadtmodelle.
Lithium-Ionen-SpeicherEin Lithium-Ionen-Speicher (Li-Ion-Akku) ist die heute gängigste Technologie für Hausspeicher in PV-Anlagen: Er speichert überschüssigen Solarstrom chemisch und gibt ihn bei Bedarf wieder als Strom ab.
LoD2Level of Detail 2 — 3D-Gebäudemodell mit standardisierten Dachformen (Sattel, Walm, Pult etc.) aus Laserscan + ALKIS-Grundriss.
LoD2-GebäudemodellEin LoD2-Gebäudemodell (Level of Detail 2) ist ein dreidimensionales digitales Modell eines Gebäudes, das Dachform, -neigung und -ausrichtung realitätsnah abbildet und als Grundlage für Solarpotenzialanalysen dient.
Luft-Wasser-WärmepumpeAußenluft als Wärmequelle, Innengerät heizt den Wasserkreislauf. Der Standard fürs Einfamilienhaus (installiert ~16–28 k€), reale JAZ ~3,0–3,8.
LuftdichtheitDichtheit der Gebäudehülle gegen unkontrollierten Luftaustausch. Verhindert Wärmeverluste und Feuchteschäden durch Leckagen.
LuftdichtheitsebeneDie Luftdichtheitsebene ist die zusammenhängende Schicht in der Gebäudehülle – meist eine Folie oder ein Putz –, die verhindert, dass warme Raumluft unkontrolliert in die Baukonstruktion eindringt.
Lüftungsanlage mit WärmerückgewinnungEine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung führt verbrauchte Raumluft ab und frische Außenluft zu, ohne dass dabei die Wärme verloren geht – ein Wärmetauscher überträgt die Energie der Abluft auf die Zuluft.
LüftungswärmeverlustDer Lüftungswärmeverlust ist die Wärme, die ein Gebäude durch den Austausch von Raumluft gegen kältere Außenluft verliert – entweder durch bewusstes Lüften oder durch Undichtigkeiten in der Gebäudehülle.
LuftwechselrateDie Luftwechselrate gibt an, wie oft das gesamte Luftvolumen eines Raumes oder Gebäudes pro Stunde durch frische Außenluft ersetzt wird.
Die Vergütung, die ein Immobilienmakler für seine Vermittlungsleistung erhält. Seit 2020 gilt in Deutschland das Halbteilungsprinzip: Käufer und Verkäufer tragen die Provision zu gleichen Teilen.
MakrolageDie Makrolage beschreibt den übergeordneten Standortrahmen einer Immobilie: Region, Stadt und Teilmarkt. Sie bildet eine der zwei zentralen Lageebenen in der Immobilienbewertung.
MarktanpassungsfaktorDer Marktanpassungsfaktor ist ein Korrekturfaktor in der Immobilienbewertung, der den rechnerisch ermittelten Sachwert an das tatsächliche Marktpreisniveau anpasst.
MarktstammdatenregisterAmtliches Register der Bundesnetzagentur, in dem alle Strom- und Gaserzeugungsanlagen in Deutschland – auch kleine Balkonkraftwerke – verpflichtend eingetragen werden müssen.
Marktübliche MieteDie Miete, die am lokalen Markt für vergleichbare Wohnungen erzielbar wäre — unabhängig von der tatsächlich gezahlten Miete. Sie ist die Grundlage für das Ertragswertverfahren.
MaßnahmenbeginnDer Maßnahmenbeginn bezeichnet im Förderrecht den Moment, ab dem eine Sanierung offiziell beginnt – in der Regel bereits der Abschluss eines verbindlichen Auftrags mit dem Handwerker, nicht erst der Baubeginn.
Mehrwertsteuerbefreiung für PV-AnlagenSeit Januar 2023 gilt für die Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen bis 30 kWp in Deutschland ein Mehrwertsteuersatz von 0 Prozent – was die Anschaffungskosten deutlich senkt.
Merit OrderDie Merit Order bezeichnet die Reihenfolge, in der Kraftwerke nach steigenden Produktionskosten ins Stromnetz einspeisen – das teuerste noch benötigte Kraftwerk bestimmt den Marktpreis.
MietrenditeDas Verhältnis der jährlichen Mieteinnahmen zum Kaufpreis einer Immobilie, ausgedrückt in Prozent. Sie gibt an, wie rentabel eine Immobilie als Kapitalanlage ist.
MikrolageDie Mikrolage beschreibt die unmittelbare Standortqualität einer Immobilie: Straße, Grundstück und direkte Nachbarschaft. Sie ist neben der Makrolage die zweite Lageebene in der Immobilienbewertung.
MikrowechselrichterEin Mikrowechselrichter ist ein kleines Gerät, das direkt an einem einzelnen Solarmodul sitzt und dessen Gleichstrom in netzfähigen Wechselstrom umwandelt. Im Gegensatz zum zentralen Wechselrichter arbeitet jedes Modul unabhängig.
MilieuschutzgebietGebiet, in dem die Gemeinde die Zusammensetzung der Wohnbevölkerung schützt und Umwandlungen von Miet- in Eigentumswohnungen sowie bestimmte Modernisierungen genehmigungspflichtig macht.
Mineralwolle (Glas-/Steinwolle)Verbreiteter mineralischer Dämmstoff aus Glas- oder Steinfasern. Nicht brennbar, diffusionsoffen, guter Schallschutz.
Mismatch-VerlustAls Mismatch-Verlust bezeichnet man den Ertragseinbruch, der entsteht, wenn Solarmodule in einem String unterschiedliche Leistung erzeugen – etwa durch Verschattung, Alterung oder Verschmutzung einzelner Module.
ModbusModbus ist ein industrielles Kommunikationsprotokoll, das Geräte wie Wechselrichter, Batteriespeicher und Wärmepumpen miteinander vernetzt. Es ermöglicht Energiemanagementsystemen den Zugriff auf Messwerte und Steuerparameter.
ModernisierungsumlageDie Modernisierungsumlage erlaubt Vermietern, nach einer Modernisierungsmaßnahme die jährliche Miete dauerhaft um bis zu acht Prozent der Investitionskosten zu erhöhen.
ModulStandard-PV-Modul 2026: ca. 1,76 m × 1,13 m (≈ 1,95–2,0 m²), 430–460 Wp, meist TOPCon-N-Typ. Rund 2 m² Dachfläche je Modul (mit Reihenabstand).
Montagesystem (PV)Das Montagesystem ist die Halterungs- und Befestigungskonstruktion, mit der Solarmodule auf dem Dach, der Fassade oder einer Freifläche sicher und dauerhaft befestigt werden.
MPPT (Maximum Power Point Tracking)MPPT steht für Maximum Power Point Tracking und bezeichnet die Regelungstechnik, mit der ein Wechselrichter den optimalen Arbeitspunkt eines Solarmoduls bei wechselnden Lichtverhältnissen kontinuierlich nachführt.
Der n50-Wert ist das Ergebnis eines Blower-Door-Tests und gibt an, wie oft das Gebäudevolumen pro Stunde ausgetauscht wird, wenn ein Druckunterschied von 50 Pascal herrscht.
Nachrüstpflicht (GEG § 47)Die Nachrüstpflicht nach § 47 GEG verpflichtet Eigentümer von Bestandsgebäuden, zugängliche Kellerdecken und die oberste Geschossdecke nachträglich auf einen bestimmten Dämmstandard zu bringen.
NachtragEin Nachtrag ist eine Zusatzrechnung eines Handwerkers für Leistungen, die im ursprünglichen Angebot nicht enthalten waren – etwa weil unvorhergesehene Probleme aufgetreten sind.
NachtspeicherofenEin Nachtspeicherofen lädt Wärme nachts mit günstigem Strom (Nachtstrom) und gibt sie tagsüber ab. Diese Heiztechnik aus den 1960er–1980er Jahren ist heute energetisch und wirtschaftlich überholt.
Nachwachsende RohstoffeNachwachsende Rohstoffe sind Baumaterialien, deren Ausgangsstoff biologisch nachwächst und während des Wachstums CO₂ bindet. Dazu gehören Holz, Holzfaser, Zellulose, Stroh, Hanf, Flachs und Schafwolle.
Natrium-Ionen-AkkuNatrium-Ionen-Akkus (NIB) sind eine Batterietechnologie, die statt Lithium das weitaus häufiger verfügbare Natrium als Trägermaterial nutzt. Sie gelten als aussichtsreichster kurzfristiger Konkurrent zur Lithium-Ionen-Technologie für stationäre Speicher.
NaturschutzgebietEin Naturschutzgebiet (NSG) ist eine nach Bundesnaturschutzgesetz streng geschützte Fläche. In Naturschutzgebieten sind bauliche Veränderungen und Eingriffe stark eingeschränkt.
NetzanmeldungDie Netzanmeldung ist die formelle Anmeldung einer Photovoltaikanlage beim zuständigen Netzbetreiber, die vor der Inbetriebnahme erfolgen muss, damit die Einspeisung ins Stromnetz genehmigt wird.
NetzanschlussTechnische und vertragliche Verbindung eines Gebäudes an das öffentliche Stromnetz, die Vorraussetzung für Strombezug, Einspeisung aus PV-Anlagen und Betrieb einer Wärmepumpe ist.
NetzeinspeisungAls Netzeinspeisung bezeichnet man den Vorgang, bei dem eine Photovoltaikanlage mehr Strom erzeugt als im Haushalt verbraucht wird und der Überschuss in das öffentliche Stromnetz fließt.
NetzentgeltDas Netzentgelt ist der Anteil des Strompreises, der für den Transport von Strom über das Stromnetz bezahlt wird – von den Höchstspannungsleitungen bis zur Steckdose im Haus.
Neueindeckung (Dach)Eine Neueindeckung bezeichnet den vollständigen Austausch der Dachziegel oder Dacheindeckung, der notwendig wird, wenn das bestehende Material am Ende seiner Lebensdauer angelangt oder stark beschädigt ist.
NiederschlagswassergebührDie Niederschlagswassergebühr ist eine kommunale Abgabe, die sich nach der versiegelten Grundstücksfläche richtet. Sie deckt die Kosten für das Ableiten von Regenwasser über die öffentliche Kanalisation.
Niedertemperatur-HeizkörperEin speziell für niedrige Vorlauftemperaturen (unter 55 °C) ausgelegter Heizkörper, der durch größere Flächen oder integrierte Lüfter auch bei wenig heißem Heizungswasser genug Wärme abgibt.
NiedertemperaturkesselEin Niedertemperaturkessel ist ein Gas- oder Ölkessel, der die Kesseltemperatur variabel absenken kann und dadurch effizienter arbeitet als ältere Konstanttemperaturkessel. Er ist nicht dasselbe wie ein Brennwertkessel.
NiedertemperatursystemHeizsystem mit niedriger Vorlauftemperatur (≤ 55 °C) — Voraussetzung für eine hohe WP-Effizienz. Eine Fußbodenheizung (~35 °C) ist ideal.
NMC (Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt)NMC ist eine Zellchemie für Lithium-Ionen-Akkus mit hoher Energiedichte, die in Elektroautos und manchen Hausspeichern eingesetzt wird. Gegenüber LFP bietet NMC mehr Energiedichte, aber weniger Zyklenfestigkeit.
Norm-HeizlastDie nach der europäischen Norm DIN EN 12831 berechnete maximale Wärmeleistung, die ein Gebäude am kältesten Bemessungstag benötigt. Sie ist die Grundlage für die richtige Dimensionierung von Heizungsanlagen.
NotarEin staatlich bestellter Jurist, der beim Immobilienkauf den Kaufvertrag rechtswirksam beurkundet. Ohne notarielle Beurkundung ist ein Grundstückskauf in Deutschland rechtlich unwirksam.
NotarterminPflichttermin beim Notar zur Beurkundung eines Immobilienkaufvertrags – ohne Beurkundung ist ein Grundstückskauf in Deutschland rechtlich unwirksam.
Nullsteuersatz (Photovoltaik)Der Nullsteuersatz für Photovoltaik bedeutet, dass beim Kauf und der Installation von Solaranlagen bis 30 kWp seit Januar 2023 keine Umsatzsteuer (0 % statt 19 %) anfällt – eine direkte Kosteneinsparung für Käufer.
Dämmung der Decke zum unbeheizten Dachboden — die günstigste Dämmmaßnahme mit der kürzesten Amortisation.
OCPP (Open Charge Point Protocol)OCPP ist ein offenes Kommunikationsprotokoll für Elektroauto-Ladestationen, das die herstellerübergreifende Anbindung von Wallboxen an Energiemanagementsysteme und Backendsysteme ermöglicht. Es verhindert Hersteller-Lock-in.
OpenThermOpenTherm ist ein offenes Kommunikationsprotokoll zwischen Heizkessel oder Wärmepumpe und Raumthermostat. Es ermöglicht eine modulierende Regelung der Vorlauftemperatur statt des einfachen Ein-/Aus-Schaltens.
Eine Ökobilanz (auch: Life Cycle Assessment, LCA) bewertet die Umweltauswirkungen eines Produkts oder Gebäudes über seinen gesamten Lebenszyklus – von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung. Sie ermöglicht den Vergleich verschiedener Baustoffe oder Bauweisen.
ÖPNVÖPNV steht für Öffentlicher Personennahverkehr und umfasst Busse, Straßenbahnen, U-Bahnen und S-Bahnen. Die Anbindungsqualität des ÖPNV ist ein wesentlicher Lagefaktor für Immobilien.
Passive Solargewinne sind Wärmemengen, die ein Gebäude durch seine Fensterflächen aus der Sonneneinstrahlung gewinnt, ohne aktive Technik. Bei richtiger Ausrichtung können sie den Heizwärmebedarf im Winter spürbar senken.
PassivhausEin Passivhaus ist ein Gebäude, das durch sehr gute Dämmung, Wärmerückgewinnung und passive Wärmegewinne (Sonne, Abwärme) so wenig Energie benötigt, dass eine konventionelle Heizanlage nicht mehr nötig ist. Der Heizwärmebedarf liegt unter 15 kWh pro Quadratmeter und Jahr.
PelletheizungHeizungsanlage, die gepresste Holzpellets als erneuerbaren Brennstoff verbrennt und damit die GEG-Anforderung von 65 Prozent erneuerbarer Energie erfüllt.
PelletkesselEin Pelletkessel ist ein Heizkessel, der mit Holzpellets – gepressten Sägespänen und Holzresten – betrieben wird und damit nahezu CO₂-neutral heizt, da beim Verbrennen nur das CO₂ freigesetzt wird, das der Baum zuvor gebunden hat.
PerimeterdämmungPerimeterdämmung bezeichnet die Dämmung von Bauteilen, die dauerhaft im Erdreich liegen oder mit Erdreich in Berührung kommen – also Kellerwände und Bodenplatten.
Perowskit-SolarzellePerowskit-Solarzellen sind eine neuartige Dünnschicht-Solarzelltechnologie, die hohe Wirkungsgrade bei vergleichsweise einfacher Herstellung erreicht. Sie gelten als einer der vielversprechendsten Ansätze für die nächste Solargeneration.
PfahlgründungEine Pfahlgründung ist eine Gründungsart, bei der tragende Betonpfähle tief in den Boden eingebohrt oder gerammt werden, um Gebäudelasten in tragfähige Erdschichten zu übertragen.
Photovoltaik (PV)Direkte Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom über Solarzellen. Zu unterscheiden von Solarthermie (Wärme).
PreisanpassungsklauselEine Preisanpassungsklausel in einem Wärmeliefervertrag regelt, unter welchen Bedingungen und in welchem Umfang der Contractor den Arbeitspreis während der Vertragslaufzeit erhöhen darf.
PrimärenergiebedarfEnergiebedarf inklusive vorgelagerter Verluste bei Gewinnung und Transport des Energieträgers. Maßstab des Energieausweises und des GEG.
PrimärenergiefaktorDer Primärenergiefaktor gibt an, wie viel Primärenergie für die Bereitstellung einer Einheit Nutzenergie aufgewendet werden muss – er berücksichtigt Verluste bei Erzeugung, Umwandlung und Transport.
Produktgarantie (Solarmodul)Die Produktgarantie eines Solarmoduls deckt Fertigungsfehler, Materialdefekte und vorzeitige Ausfälle ab – sie beträgt bei seriösen Herstellern 10 bis 15 Jahre und ist von der Leistungsgarantie zu unterscheiden.
progres.nrwProgres.nrw ist ein Landesförderprogramm des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen für erneuerbare Energien und Energiespeicher – es fördert vor allem Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher, die in der Bundes-BEG nur eingeschränkt gefördert werden.
Psi-Wert (linearer Wärmedurchgangskoeffizient)Der Psi-Wert beschreibt den Wärmeverlust entlang einer linienförmigen Wärmebrücke – etwa an einem Balkon, einem Fenstersturz oder einer Gebäudeecke – pro laufendem Meter und pro Grad Temperaturdifferenz.
PufferspeicherWärmespeicher im Heizkreis, der Wärme zwischenpuffert — entkoppelt Erzeugung und Verbrauch und reduziert das Takten der Wärmepumpe.
PultdachDach mit nur einer geneigten Fläche, ohne First. Bei klarer Südneigung sehr gut für Photovoltaik geeignet.
PumpspeicherkraftwerkEin Pumpspeicherkraftwerk speichert Strom in Form von Lageenergie, indem es in Zeiten günstigen Stroms Wasser in ein Hochreservoir pumpt und es bei Bedarf zur Stromerzeugung ablässt.
PVGISPhotovoltaic Geographical Information System der EU-Kommission (JRC) — liefert standortgenaue Strahlungs- und Ertragsdaten aus Satellitenmessungen.
PVT-KollektorEin PVT-Kollektor kombiniert Photovoltaik und Solarthermie in einem einzigen Bauteil: Die Rückseite des PV-Moduls wird von einer Kühlflüssigkeit durchströmt, die Wärme aufnimmt und an einen Speicher oder eine Wärmepumpe abgibt.
Der Rebound-Effekt beschreibt das Phänomen, dass durch Energieeffizienz erzielte Einsparungen teilweise oder vollständig durch verändertes Nutzungsverhalten aufgezehrt werden.
Redox-Flow-BatterieRedox-Flow-Batterien speichern Energie in flüssigen Elektrolyten, die in externen Tanks gelagert werden. Kapazität und Leistung lassen sich unabhängig voneinander skalieren, was sie für große stationäre Anwendungen interessant macht.
ResiduallastDie Residuallast ist der Teil des Strombedarfs, der nicht durch erneuerbare Energien gedeckt werden kann und daher von konventionellen Kraftwerken (Gas, Kohle) bereitgestellt werden muss.
RestnutzungsdauerErwartete verbleibende Lebenszeit eines Bauteils oder Gebäudes. Heizkessel typisch 20–25 Jahre, Dach 40–60, Außenwand 80–100 Jahre.
RingbalkenEin Ringbalken ist ein horizontales, umlaufendes Bauteil aus Stahlbeton, das die Außenwände eines Gebäudes auf Geschossebene zusammenhält und Lasten verteilt.
RLS-90Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen (Ausgabe 1990, FGSV). Definieren u. a. den Emissionspegel je Verkehr und das Abstandsmaß. Nachfolger ist die RLS-19 (seit 2021).
ROIReturn on Investment — die jährliche Ersparnis im Verhältnis zur Investition (Kehrwert der Amortisationszeit). Eine Einblasdämmung mit großem U-Wert-Sprung kann zweistellige Renditen p. a. erreichen.
RollladenkastenEin Rollladenkasten ist der Einbaukasten über einem Fenster, in dem sich der Rollladenmechanismus befindet – oft ungedämmt und damit eine typische Wärmebrücke.
RücklauftemperaturDie Temperatur des Heizungswassers, das nach dem Durchfließen der Heizkörper oder Heizflächen abgekühlt zur Heizung zurückkommt. Sie ist immer niedriger als die Vorlauftemperatur.
RückstausicherungEine Rückstausicherung ist ein Ventil oder eine Klappe im Abwasseranschluss, die verhindert, dass bei Starkregen oder Kanalüberlastung Schmutzwasser in das Gebäude zurückgedrückt wird.
Ein vom Gutachterausschuss veröffentlichter regionaler Korrekturfaktor, der den rechnerischen Sachwert einer Immobilie an das tatsächliche Marktpreisniveau anpasst. Er kann je nach Marktlage über oder unter 1,0 liegen.
SachwertverfahrenBewertungsmethode aus Bodenwert plus Gebäude-Herstellungskosten abzüglich Alterswertminderung. Üblich für selbst genutzte Ein-/Zweifamilienhäuser.
Saisonaler SpeicherEin saisonaler Speicher ist ein Energiespeicher, der Wärme über Monate hinweg speichert – zum Beispiel Sommerwärme für den Winter –, um saisonale Erzeugungs- und Verbrauchsungleichgewichte auszugleichen.
SanierungsfahrplanGeordnete Mehrjahres-Strategie für energetische Maßnahmen — sie vermeidet teure Sequenzfehler (z. B. die Heizung zu groß zu dimensionieren, bevor das Dach gedämmt ist).
SanierungsgebietVom Gemeinderat festgesetztes Gebiet, in dem städtebauliche Missstände durch gezielte Maßnahmen behoben werden sollen – verbunden mit zusätzlichen Genehmigungsvorbehalten für Baumaßnahmen.
SanierungspflichtSanierungspflichten sind gesetzlich vorgeschriebene energetische Nachrüstungen für Bestandsgebäude. Das GEG kennt u. a. Pflichten zur Dämmung unbeheizter Räume, zum Kesseltausch und zur Dämmung der obersten Geschossdecke.
SanierungsrateDie Sanierungsrate gibt an, wie viel Prozent des gesamten Gebäudebestands in einem Jahr energetisch modernisiert werden – in Deutschland liegt sie seit Jahren bei rund einem Prozent.
SanierungsstauDer Zustand, wenn notwendige Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten an einem Gebäude über längere Zeit aufgeschoben wurden. Er wird als Summe aller fälligen Investitionen berechnet.
SatteldachKlassische Dachform mit zwei geneigten Flächen, die sich am First treffen. Häufigste Dachform in Deutschland (~70 % aller EFH).
SchallleistungspegelEin Kennwert für Geräusche, der die gesamte abgestrahlte Schallenergie einer Quelle (z. B. einer Wärmepumpe) in Dezibel angibt – unabhängig vom Abstand. Er ist höher als der tatsächlich beim Nachbarn messbare Schalldruckpegel.
SchallschutzSchallschutz beschreibt die Eigenschaft von Bauteilen, Lärm von außen oder aus benachbarten Räumen zu dämpfen und so den Wohnkomfort zu verbessern.
SchienenbonusDer Schienenbonus war ein Rechenfaktor bei der Lärmschutzplanung an Eisenbahnstrecken. Er reduzierte die berechneten Lärmpegel um 5 dB(A), weil Schienengeräusche als weniger störend galten als Straßenverkehrslärm.
SchlagregenSchlagregen bezeichnet Regen, der durch Wind schräg gegen Fassaden getrieben wird und so in Fugen, Anschlüsse oder poröse Materialien eindringen kann.
SchornsteinEin Schornstein ist ein senkrechter Abzugskanal für Rauch und Abgase aus Heizungsanlagen oder Kaminen, der durch das Dach führt und auf einer PV-Anlage Schatten werfen sowie nutzbare Modulfläche verringern kann.
SchornsteinfegerEin staatlich zugelassener Handwerker, der Heizungsanlagen und Schornsteine auf Sicherheit, Funktion und Effizienz prüft und wartet. Sein Jahreszeugnis ist beim Hauskauf ein nützliches Dokument.
Schuko-SteckerDer Schuko-Stecker (Schutzkontakt-Stecker) ist der in Deutschland verbreitete Standard-Haushaltsstecker mit zwei runden Stiften und Schutzkontakten, über den auch Balkonkraftwerke in die Hauselektrik eingesteckt werden.
SchutzgebietNaturschutzfachlich geschützte Fläche (NSG, LSG, FFH-/Vogelschutzgebiet u. a.) aus dem bundesweiten BfN-Geodienst. Bei Eingriffen in oder nahe solchen Gebieten können besondere Auflagen gelten.
SchwarzbauBauwerk, das ohne die erforderliche Baugenehmigung errichtet wurde – formell illegal und mit dem Risiko behördlicher Rückbauanordnungen verbunden.
Scope-1-EmissionenScope-1-Emissionen sind direkte Treibhausgasemissionen, die unmittelbar am eigenen Standort entstehen – zum Beispiel durch die Verbrennung von Gas oder Öl in der Heizanlage.
SektorkopplungSektorkopplung bezeichnet die Verknüpfung der Energiesektoren Strom, Wärme und Verkehr, damit überschüssiger erneuerbarer Strom auch für Heizung und Mobilität genutzt werden kann.
Sentinel (ESA-Satelliten)Sentinel ist eine Satellitenfamilie der Europäischen Weltraumagentur ESA, die im Rahmen des Copernicus-Programms die Erde regelmäßig mit verschiedenen Sensoren erfasst. Sentinel-Daten werden kostenlos bereitgestellt und für Geländeanalysen, Stadtplanung und Klimamonitoring genutzt.
SetzungSetzung bezeichnet das langsame Absinken eines Gebäudes oder seiner Teile, wenn sich der Untergrund unter der Last des Bauwerks oder durch Feuchtigkeitsveränderungen verdichtet oder zusammendrückt.
Smart Meter (Intelligentes Messsystem)Ein Smart Meter ist ein digitaler Stromzähler, der den Verbrauch in Echtzeit erfasst und per Funk an den Netzbetreiber übermittelt – Pflichtvoraussetzung für dynamische Stromtarife.
SolardachziegelSolardachziegel sind Dacheindeckungselemente mit integrierten Photovoltaikzellen, die optisch einem herkömmlichen Ziegeldach ähneln. Sie gehören zur Kategorie der gebäudeintegrierten Photovoltaik (BIPV).
SolarkatasterEin Solarkataster ist eine digitale Karte, die für jedes Dach in einer Region das theoretische Solarpotenzial farblich darstellt – meist basierend auf grober Dachneigung und Globalstrahlung, ohne Feindetails wie Gauben oder genaue Verschattung.
SolarkollektorEin Solarkollektor ist das zentrale Bauteil einer Solarthermieanlage: Er nimmt die Sonnenstrahlung auf und überträgt die gewonnene Wärme an ein Trägermedium, das sie zum Warmwasserspeicher oder Heizkreis transportiert.
Solarpaket IDas Solarpaket I ist ein deutsches Gesetzespaket aus dem Jahr 2024, das den Ausbau von Photovoltaik beschleunigen soll – unter anderem durch vereinfachte Anmeldepflichten, höhere Leistungsgrenzen für Balkonkraftwerke und erleichterte Gemeinschaftsanlagen.
SolarthermieNutzung der Sonnenwärme über Kollektoren für Warmwasser und Heizungsunterstützung — im Gegensatz zur Photovoltaik (Stromerzeugung).
SoleEin Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel (meist Ethylenglykol oder Propylenglykol), das in Erdsonden und Erdkollektoren von Sole-Wasser-Wärmepumpen zirkuliert und dem Boden Wärme entzieht.
Sole-Wasser-WärmepumpeErdwärmepumpe mit Erdsonden oder Flächenkollektoren als Wärmequelle. Höhere JAZ (~3,8–4,8) durch konstante Erdtemperatur, dafür Erschließungskosten und Genehmigung.
Sommerlicher WärmeschutzSommerlicher Wärmeschutz bezeichnet die Fähigkeit eines Gebäudes, im Sommer übermäßige Aufheizung der Innenräume durch solare Einstrahlung zu verhindern.
SonderkündigungsrechtEin Sonderkündigungsrecht ist das Recht, einen laufenden Vertrag – z. B. einen Solarcontracting-Vertrag – in bestimmten Ausnahmesituationen wie einem Hausverkauf vor dem regulären Vertragsende zu kündigen.
SonnenstundenSonnenstunden geben an, wie viele Stunden pro Jahr (oder Tag) die Sonne mit einer Strahlungsintensität über einem definierten Schwellenwert scheint. Sie sind ein Maß für den Lichtreichtum eines Standorts.
SorptionSorption beschreibt die Fähigkeit eines Baustoffs, Wasserdampf aus der Luft aufzunehmen und bei sinkender Luftfeuchtigkeit wieder abzugeben.
Sowieso-KostenSowieso-Kosten sind Ausgaben, die bei einer Baumaßnahme ohnehin anfallen würden – unabhängig davon, ob eine energetische Verbesserung vorgenommen wird.
SparrenSparren sind die schrägen Holzbalken, die das tragende Gerüst eines geneigten Dachs bilden und auf denen die Dacheindeckung aufliegt.
SpeicherBatteriespeicher (meist Lithium-Ionen, 3–15 kWh) — puffert Solarstrom für Abend und Nacht. Hebt die Eigenverbrauchsquote typischerweise von ~30 % auf 55–70 %.
SperrzeitZeitraum, in dem der Netzbetreiber die Wärmepumpe eines Haushalts (mit Wärmepumpentarif) kurzzeitig abschalten oder drosseln darf, um das Stromnetz zu entlasten. In der Regel maximal dreimal täglich für jeweils bis zu zwei Stunden.
Spezifische WärmekapazitätDie spezifische Wärmekapazität gibt an, wie viel Energie ein Material pro Kilogramm speichern kann, bevor sich seine Temperatur um ein Grad erhöht – relevant für den sommerlichen Wärmeschutz.
SpreizungDie Temperaturdifferenz zwischen dem Vorlauf und dem Rücklauf eines Heizungssystems. Sie zeigt an, wie viel Wärme das Heizungswasser auf seinem Weg durch die Heizkörper oder Fußbodenheizung abgegeben hat.
StarkregenStarkregen bezeichnet intensive Niederschlagsereignisse, bei denen in kurzer Zeit sehr große Wassermengen fallen. Sie können auch außerhalb klassischer Überschwemmungsgebiete zu Überflutungen führen.
Steuerbonus (§ 35c EStG)Der Steuerbonus nach § 35c EStG erlaubt es selbstnutzenden Eigentümern, bis zu 20 Prozent der Kosten energetischer Sanierungsmaßnahmen direkt von ihrer Einkommensteuerschuld abzuziehen – maximal 40.000 Euro über drei Jahre.
StoßlüftenBeim Stoßlüften werden Fenster für kurze Zeit vollständig geöffnet, um Raumluft schnell gegen frische Außenluft auszutauschen – effektiver und energieeffizienter als das dauerhaft gekippte Fenster.
StraßenausbaubeitragEine kommunale Abgabe, mit der Eigentümer anliegender Grundstücke an den Kosten für Ausbau, Erneuerung oder Verbesserung öffentlicher Straßen beteiligt werden. Sie kann auch Jahre nach einer Maßnahme noch erhoben werden.
StreifenfundamentEin Streifenfundament ist die häufigste Gründungsart bei Wohngebäuden. Es besteht aus einem kontinuierlichen Betonsockel, der die Lasten der Außen- und Innenwände in den Baugrund überträgt.
StringwechselrichterEin Stringwechselrichter ist der klassische zentrale Wechselrichter einer PV-Anlage, der alle in Reihe (= String) geschalteten Module zusammen in Wechselstrom umwandelt. Er ist die günstigste und verbreitetste Bauform.
StromdirektheizungStromdirektheizung bezeichnet Heizsysteme, die elektrische Energie unmittelbar und vollständig in Wärme umwandeln – ohne Nutzung von Umgebungswärme wie bei einer Wärmepumpe. Dazu gehören Infrarotpaneele, Heizlüfter und Nachtspeicheröfen.
StrommixDer Strommix beschreibt die Zusammensetzung des Stroms im deutschen Netz nach Energiequellen – also den Anteil von Kohle, Gas, Wind, Solar und anderen Quellen an der gesamten Erzeugung.
StromsteuerDie Stromsteuer ist eine staatliche Verbrauchssteuer auf den Stromverbrauch in Deutschland, die zusätzlich zu Netzentgelten und dem eigentlichen Strompreis auf jeder Kilowattstunde erhoben wird.
SubstanzwertWert der baulichen Anlagen (Gebäude) ohne Grundstück, abzüglich Alterswertminderung. Faustregel: Wiederherstellungskosten × (Restnutzungsdauer ÷ Gesamtnutzungsdauer).
Die Technische Anleitung Lärm (TA Lärm) ist eine Verwaltungsvorschrift, die Immissionsrichtwerte für Gewerbelärm festlegt. Sie bestimmt, wie laut gewerbliche Anlagen in der Nachbarschaft von Wohngebieten sein dürfen.
TaktenDas häufige kurze Ein- und Ausschalten einer Wärmepumpe oder eines Heizkessels, wenn die Anlage überdimensioniert ist oder zu wenig Heizungswasser als Puffer vorhanden ist. Takten senkt die Effizienz und verschleißt den Verdichter.
TaupunktTemperatur, bei der Luftfeuchtigkeit kondensiert. Liegt er innerhalb eines Bauteils, droht Tauwasser, Schimmel und Bauschaden.
ThermografieThermografie ist eine Messmethode, bei der mit einer Infrarotkamera die Wärmeverteilung an Gebäudeoberflächen sichtbar gemacht wird – Wärmebrücken, Undichtigkeiten und Dämmlücken erscheinen als helle Bereiche.
TiefenbohrungEine senkrechte Bohrung von 80 bis 150 Metern in den Boden, in die Wärmetauscher-Rohre (Erdsonden) eingebracht werden, um der Erdwärme für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe zu entnehmen.
TilgungszuschussEin Tilgungszuschuss ist ein nicht rückzahlbarer Betrag, den die KfW bei Förderkrediten erlässt, wenn bestimmte Energieeffizienzziele erreicht werden.
Time-of-Use-Tarif (Zeitvariabler Stromtarif)Ein Time-of-Use-Tarif (ToU) ist ein Stromtarif, bei dem der Preis je nach Tageszeit variiert – günstig zu Zeiten niedriger Netzauslastung, teurer zu Spitzenzeiten – um Verbrauchern einen Anreiz zur Lastverschiebung zu geben.
TorfTorf ist ein organisches Bodenmaterial aus abgestorbenen und nur unvollständig zersetzen Pflanzenresten. Er ist als Baugrund besonders problematisch, weil er wenig tragfähig und stark setzungsempfindlich ist.
Trägermedium (Solar)Das Trägermedium in einer Solarthermieanlage ist die Flüssigkeit – meist ein Wasser-Frostschutzmittel-Gemisch – die im Kollektorkreislauf zirkuliert, die Wärme aufnimmt und zum Speicher transportiert.
TransmissionswärmeverlustDer Transmissionswärmeverlust beschreibt die Wärme, die durch feste Bauteile wie Wände, Decken und Fenster nach außen abgegeben wird.
TraufhöheHöhe vom Boden bis zur Dachunterkante (Traufe, Schnittpunkt Außenwand–Dach). Bestimmt das Volumen der nutzbaren Räume.
TrittschalldämmungTrittschalldämmung bezeichnet elastische Schichten unter Estrichen oder Bodenbelägen, die die Übertragung von Gehgeräuschen in darunter liegende Räume mindern.
Wärmedurchgangskoeffizient in W/(m²·K). Je niedriger, desto besser gedämmt. Ungedämmte Massiv-Außenwand ~1,2–1,7; GEG-Höchstwert bei Sanierung 0,24; BAFA-förderfähig sogar ≤ 0,20.
Ug-WertDer Ug-Wert (g steht für 'glass') beschreibt den Wärmedurchgangskoeffizient der Glasscheibe eines Fensters – je niedriger der Wert, desto besser dämmt die Verglasung.
Umweltproduktdeklaration (EPD)Eine Umweltproduktdeklaration (Environmental Product Declaration, EPD) ist ein standardisiertes Dokument, das die Umweltauswirkungen eines Bauprodukts über seinen Lebenszyklus transparent darstellt. Sie ermöglicht den Vergleich verschiedener Baumaterialien.
UntersparrendämmungBei der Untersparrendämmung wird eine Dämmschicht unterhalb der Sparren an der Raumseite des Dachs angebracht – von innen.
Der Gewinn, der beim Verkauf einer Immobilie entsteht, wenn der Verkaufspreis den Anschaffungspreis übersteigt. Unter bestimmten Voraussetzungen ist dieser Gewinn einkommensteuerpflichtig.
Verbraucherpreisindex (VPI)Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen in Deutschland – er wird häufig als Grundlage für Preisanpassungsklauseln in langfristigen Verträgen verwendet.
VerbrauchsausweisDer Verbrauchsausweis ist ein Energieausweis-Typ, der den tatsächlichen Energieverbrauch der letzten drei Kalenderjahre auswertet. Er spiegelt das Nutzungsverhalten der Bewohner wider, nicht zwingend den baulichen Zustand.
Verdichter (Kompressor)Das Herzstück einer Wärmepumpe: ein motorgetriebenes Bauteil, das das gasförmige Kältemittel komprimiert und dabei auf ein höheres Temperaturniveau bringt. Der Verdichter ist das teuerste und verschleißanfälligste Teil der Anlage.
VergleichswertverfahrenWertableitung aus tatsächlichen Kaufpreisen vergleichbarer Objekte. Genaueste Methode bei guter Datenlage (z. B. Eigentumswohnungen).
Verkehrswert (Marktwert)Der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erzielbare Preis einer Immobilie zum Stichtag, definiert in § 194 BauGB. Ziel jeder Wertermittlung.
VerschattungReduktion des Solarertrags durch Bäume, Nachbargebäude oder Schornsteine. Wir berechnen sie, soweit möglich, stundengenau aus Sonnenstand und Umgebung (Google Solar API).
VerwendungsnachweisEin Verwendungsnachweis ist der Beleg, den Förderempfänger nach Abschluss einer geförderten Maßnahme bei BAFA oder KfW einreichen müssen, um die zweckgemäße Verwendung der Fördergelder zu belegen.
VollcontractingBeim Vollcontracting übernimmt der Contractor nicht nur Finanzierung und Einbau der Heizanlage, sondern auch deren vollständige Betriebsführung inklusive Wartung, Reparaturen und Ersatz – der Gebäudeeigentümer zahlt nur Wärme.
VolleinspeisungVariante, bei der 100 % des Solarstroms ins Netz eingespeist werden (deutlich höhere EEG-Vergütung, kein Eigenverbrauch). Sinnvoll bei geringem Haushaltsverbrauch oder zweiter Dachfläche.
VollfinanzierungEine Immobilienfinanzierung, bei der der gesamte Kaufpreis durch ein Bankdarlehen gedeckt wird, ohne Eigenkapitaleinsatz. Sie ist teurer und risikoreicher als eine teilweise eigenkapitalgestützte Finanzierung.
VollgeschossGeschoss, das nach Landesbauordnung über die volle Grundfläche eine bestimmte Mindesthöhe erreicht. Zählt für die zulässige Bebauungsdichte.
VolllaststundenRechnerische Stunden, die eine PV-Anlage pro Jahr unter Nennleistung laufen müsste, um ihren Jahresertrag zu erzeugen. In Deutschland meist 900–1.050 h.
Vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF)Eine vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) ist ein Fassadensystem, bei dem eine Unterkonstruktion mit Dämmung und einer äußeren Bekleidung vor die bestehende Wand gehängt wird, mit einer Luftschicht dazwischen.
VorlauftemperaturTemperatur des Heizwassers beim Eintritt in Heizkörper oder Fußbodenheizung. Für hohe WP-Effizienz vorteilhaft: ≤ 55 °C (Radiatoren) bzw. ≤ 35 °C (Fußboden).
Eine Wallbox ist eine an der Wand montierte Ladestation für Elektrofahrzeuge, die in der Garage oder am Carport installiert wird und schnelleres und sichereres Laden als eine normale Steckdose ermöglicht.
WalmdachDachform mit allen vier Seiten geneigt — keine senkrechten Giebel. Häufig bei freistehenden Einfamilienhäusern der 1950er–80er.
Wärme-ContractingModell, bei dem ein Dienstleister Heizung/Wärme errichtet und betreibt; der Eigentümer zahlt nur die gelieferte Wärme statt zu investieren.
WärmebrückeBauteilstelle mit lokal erhöhtem Wärmeverlust (z. B. Fenstersturz, auskragender Balkon, Rollladenkasten, Dachsparren). Erhöht Heizverluste und begünstigt Tauwasser/Schimmel an kalten Innenoberflächen.
WärmedurchgangskoeffizientDer Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) beschreibt, wie viel Wärme pro Sekunde durch einen Quadratmeter eines Bauteils fliesst, wenn innen und außen ein Temperaturunterschied von einem Kelvin herrscht.
Wärmeinsel (städtische)Der städtische Wärmeinseleffekt beschreibt die Erscheinung, dass dicht besiedelte, stark versiegelte Stadtquartiere deutlich wärmer sind als das umgebende Umland.
WärmekapazitätDie Wärmekapazität gibt an, wie viel Wärmeenergie ein Material aufnehmen kann, bevor seine Temperatur steigt. Baustoffe mit hoher Wärmekapazität erwärmen sich langsam und geben gespeicherte Wärme verzögert wieder ab.
WärmeliefervertragEin Wärmeliefervertrag ist die vertragliche Grundlage eines Contracting-Verhältnisses: Der Contractor verpflichtet sich zur Lieferung von Wärme, der Eigentümer zur Zahlung des vereinbarten Preises – meist über 10 bis 20 Jahre.
Wärmeplanungsgesetz (WPG)Bundesgesetz, das Länder und Kommunen verpflichtet, bis 2026 bzw. 2028 eine kommunale Wärmeplanung für eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045 vorzulegen.
WärmepumpeHeizsystem, das Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser mit Strom auf Heiztemperatur „pumpt". Aus 1 kWh Strom werden 3–4 kWh Wärme.
WärmepumpentarifEin Sonderstromtarif für Haushalte mit Wärmepumpe, der einen günstigeren Kilowattstundenpreis bietet. Im Gegenzug darf der Netzbetreiber die Wärmepumpe mehrmals täglich kurzzeitig abschalten.
WärmequelleDas Medium, dem eine Wärmepumpe ihre Energie entnimmt: Außenluft (Luft-Wasser), Erdreich (Sole-Wasser) oder Grundwasser (Wasser-Wasser). Die Wärmequelle bestimmt Effizienz, Kosten und Anforderungen an das Grundstück.
WärmerückgewinnungWärmerückgewinnung bezeichnet die Technik, mit der eine Lüftungsanlage die Wärme der verbrauchten Abluft auf die frische Zuluft überträgt, bevor die Abluft das Gebäude verlässt.
Wärmerückgewinnung (WRG)Wärmerückgewinnung bezeichnet das Verfahren, bei dem Abluft aus einem Gebäude Wärme auf frische Zuluft überträgt, bevor sie nach außen abgeführt wird. So geht wenig Heizwärme durch Lüftung verloren.
Wärmeschutzverordnung (WäSchV)Die Wärmeschutzverordnung war die gesetzliche Regelung, die 1977 erstmals Mindestanforderungen an den Wärmeschutz von Neubauten in Deutschland festlegte.
Wärmeschutzverordnung (WSchV)Die Wärmeschutzverordnung (WSchV) war das erste verbindliche deutsche Regelwerk für Wärmedämmung von Gebäuden. Sie trat 1977 in Kraft und wurde 1984 sowie 1995 verschärft, bevor die EnEV sie 2002 ablöste.
WärmespeichermasseDie Wärmespeichermasse beschreibt die Fähigkeit schwerer Baumaterialien wie Beton, Ziegel oder Lehm, Wärme aufzunehmen und zeitverzögert wieder abzugeben.
WärmestromtarifSpezieller Stromtarif mit reduziertem Preis für Wärmepumpen-Betreiber, den viele Netzbetreiber und Energieversorger anbieten.
WärmeversorgungsgebietIm kommunalen Wärmeplan ausgewiesene Zone, für die eine bestimmte Wärmeversorgungsoption (Fernwärme, dezentrale Wärmepumpen oder noch offen) vorgesehen ist.
WärmewendeDie Wärmewende bezeichnet den Umbau der Wärmeversorgung von Gebäuden weg von fossilen Brennstoffen (Gas, Öl) hin zu erneuerbaren Wärmequellen wie Wärmepumpe, Solarthermie und Fernwärme.
Wasser-Wasser-WärmepumpeEine Wärmepumpe, die Grundwasser als Wärmequelle nutzt. Sie ist sehr effizient, weil Grundwasser das ganze Jahr über etwa 10 °C hat – erfordert aber eine wasserrechtliche Genehmigung und zwei Brunnen (Förder- und Schluckbrunnen).
WasserstoffWasserstoff ist kein Energieerzeuger, sondern ein Energieträger. Er muss zunächst hergestellt werden und kann dann in Brennstoffzellen oder wasserstofffähigen Heizgeräten zur Wärme- und Stromerzeugung genutzt werden.
WDVSWärmedämm-Verbundsystem — außenseitige Dämmplatten (meist EPS oder Mineralwolle) mit Putzschicht. Investition rund 120–200 €/m². Amortisation typisch 15–30 Jahre.
WechselrichterWandelt den Gleichstrom der Solarmodule in netzkonformen Wechselstrom. Herzstück und häufigste Verschleißkomponente einer PV-Anlage.
WEG (Wohnungseigentümergemeinschaft)Eine Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) ist der Zusammenschluss aller Eigentümer in einem Mehrfamilienhaus. Veränderungen am Gemeinschaftseigentum – wie die Installation einer Solaranlage – bedürfen eines WEG-Beschlusses.
WindlastDie Windlast bezeichnet die Kraft, die Wind auf ein Gebäude oder eine auf dem Dach montierte Konstruktion – etwa Solarmodule – ausübt und die bei der Planung der Befestigung berücksichtigt werden muss.
WintergartenVerglaster Anbau an ein Wohngebäude, der Wohnraum und Außenbereich verbindet – je nach Ausführung als beheizter Wohnraum oder unbeheizter Kaltanbau baurechtlich unterschiedlich eingestuft.
WirkungsgradDer Wirkungsgrad gibt an, welcher Anteil der zugeführten Energie in nutzbare Ausgangsenergie umgewandelt wird. Bei Solarmodulen beschreibt er, wie viel Prozent der eingestrahlten Sonnenenergie in elektrischen Strom umgewandelt werden.
Wohneigentum für Familien (KfW 300)Das KfW-Programm 300 'Wohneigentum für Familien' bietet zinsgünstige Kredite für Familien mit Kindern, die erstmals energieeffizientes Wohneigentum erwerben oder bauen – mit einkommensabhängigen Obergrenzen.
WohnflächeSumme der anrechenbaren Grundflächen aller Wohnräume nach Wohnflächenverordnung. Basis für Miete, Wert und spezifischen Energieverbrauch (kWh/m²·a).
Wohnflächenverordnung (WoFlV)Bundesverordnung, die festlegt, welche Flächen in einem Gebäude als Wohnfläche angerechnet werden dürfen und wie Räume unterschiedlicher Deckenhöhe zu behandeln sind.
WohngebäudeversicherungDie Wohngebäudeversicherung schützt ein Wohnhaus gegen Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Sie ist keine gesetzliche Pflicht, wird aber von Banken bei Finanzierungen regelmäßig verlangt.
WohngeldStaatlicher Zuschuss zu den Wohnkosten für einkommensschwache Haushalte – kein Darlehen, sondern ein nicht zurückzuzahlender Mietzuschuss oder Lastenzuschuss für Eigentümer.
Wohnungseigentumsgesetz (WEG)Bundesgesetz, das die Rechte und Pflichten von Eigentümern in einer Eigentumswohnung sowie die Verwaltung von Gemeinschaftseigentum regelt.
Worst Performing BuildingAls Worst Performing Buildings (WPB) bezeichnet die Bundesförderung für effiziente Gebäude besonders schlecht sanierte Bestandsgebäude, die einen erhöhten Förderbonus erhalten.
Einblasdämmung aus recyceltem Zeitungspapier. Füllt Hohlräume fugenlos, diffusionsoffen, gute Ökobilanz.
ZÜRS-ZoneZÜRS steht für Zonierungssystem Überschwemmung, Rückstau und Starkregen. Es ist das Klassifizierungssystem der deutschen Versicherungswirtschaft zur Einschätzung des Hochwasserrisikos eines Grundstücks.
ZweifachverglasungZweifachverglasung besteht aus zwei Glasscheiben mit einem gasgefüllten Scheibenzwischenraum und hat U-Werte von etwa 1,0 bis 2,8 W/(m²·K) – je nach Alter und Ausführung.
Zweischaliges MauerwerkZweischaliges Mauerwerk besteht aus einer tragenden Innenschale und einer vorgesetzten Außenschale mit einem Luftraum oder einer Dämmschicht dazwischen.
ZwischensparrendämmungDämmung in den Zwischenräumen der Dachsparren — die häufigste, kostengünstige Methode beim Dachgeschossausbau.
Begriffe verstehen ist gut. Ihr eigenes Haus kennen ist besser.
Das HausDossier wendet genau diese Begriffe auf Ihre Adresse an — mit echten Werten für Ihr Gebäude, Dach und Grundstück.