Passivhaus
Ein Passivhaus ist ein Gebäude, das durch sehr gute Dämmung, Wärmerückgewinnung und passive Wärmegewinne (Sonne, Abwärme) so wenig Energie benötigt, dass eine konventionelle Heizanlage nicht mehr nötig ist. Der Heizwärmebedarf liegt unter 15 kWh pro Quadratmeter und Jahr.
Der Passivhausstandard wurde in den 1990er Jahren am Passivhaus Institut Darmstadt entwickelt und ist kein gesetzlicher Standard, sondern ein freiwilliges Qualitätslabel. Kernmerkmale sind: U-Werte von Wänden unter 0,15 W/(m²·K), dreifache Verglasung, sehr gute Luftdichtheit (n50 < 0,6 h⁻¹), Wärmebrückenfreiheit und kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung (WRG). Der spezifische Heizwärmebedarf liegt unter 15 kWh/(m²·a), der Primärenergiebedarf unter 120 kWh/(m²·a). Zum Vergleich: Ein typischer Altbau aus den 1970er Jahren verbraucht 150–250 kWh/(m²·a). Im Passivhaus sind Infrarotheizungen oder kleine Elektroheizungen wirtschaftlich sinnvoll, weil die absolute Wärmemenge so gering ist.