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FĂŒr Makler: Wie Sie ein ExposĂ© mit Daten aufwerten

· HausDossier Redaktion · 4 Min. Lesezeit

Rund 78 Prozent der Kaufinteressenten recherchieren laut einer Studie des IVD aus dem Jahr 2023 mindestens zwei Wochen lang, bevor sie ein Objekt besichtigen. In dieser Zeit verglichen sie Exposés, suchen nach Energiekosten und wÀgen Sanierungsaufwand gegen Kaufpreis ab. Wer als Makler an dieser Stelle nur Fotos und Quadratmeter liefert, verschenkt Vertrauen.

Warum Zahlen mehr ĂŒberzeugen als Adjektive

„Gepflegt", „ruhige Lage", „gute Bausubstanz" – diese Formulierungen finden sich in der Mehrheit der deutschen ImmobilienexposĂ©s. Sie sind nicht falsch, aber sie sind nicht prĂŒfbar. Kaufinteressenten, die selbst recherchieren, stoßen spĂ€testens beim Energieausweis, beim Bodenrichtwert oder beim Sanierungskostenrechner auf Zahlen, die das Bild korrigieren können. Wer diese Zahlen im ExposĂ© bereits transparent macht, nimmt die Diskussion vorweg – und setzt den Rahmen selbst.

Das GebĂ€udeenergiegesetz (GEG) verpflichtet VerkĂ€ufer seit 2014, den Energieausweis bei Besichtigung vorzulegen und die Kerndaten in Anzeigen anzugeben. FĂŒr WohngebĂ€ude, die vor 1978 gebaut wurden, liegt der Endenergiebedarf hĂ€ufig ĂŒber 200 kWh/(mÂČ·a) – das Dreifache eines KfW-Effizienzhaus-55-Standards. Wer diesen Wert kommentarlos in eine Anzeige schreibt, erzeugt Unsicherheit. Wer ihn mit einem Sanierungsausblick einrahmt, schafft Orientierung.

Energiepotenzial als Verkaufsargument

Solarpotenzial auf dem Dach ist fĂŒr viele KĂ€ufer inzwischen ein konkreter Entscheidungsfaktor. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sichert EinspeisevergĂŒtungen, und die Bundesförderung fĂŒr effiziente GebĂ€ude (BEG) fördert Dachsanierungen und Photovoltaik-Anlagen mit TilgungszuschĂŒssen. Förderkonditionen und SĂ€tze Ă€ndern sich regelmĂ€ĂŸig – die aktuellen Werte sollten stets auf den Seiten von BAFA und KfW ĂŒberprĂŒft werden.

Konkretes Rechenbeispiel: Ein Einfamilienhaus in SĂŒddeutschland mit 120 mÂČ DachflĂ€che und 30° Neigung nach SĂŒden erreicht laut PVGIS-Datenbasis rund 950 Volllaststunden pro Jahr. Eine 10-kWp-Anlage erzeugt damit etwa 9.500 kWh jĂ€hrlich. Bei einem Eigenverbrauchsanteil von 35 Prozent (ca. 3.325 kWh) und einem Haushaltsstrompreis von 0,32 €/kWh spart die Anlage rund 1.064 € pro Jahr an Stromkosten. Die Investition von ca. 12.000 € (nach BAFA-Förderung, Stand 2024 – bitte aktuelle SĂ€tze prĂŒfen) amortisiert sich rechnerisch in etwa elf Jahren. Diese Zahl gehört ins ExposĂ©.

WĂ€rmepumpen-Eignung transparent kommunizieren

Ob eine WĂ€rmepumpe im Bestand funktioniert, hĂ€ngt von drei Faktoren ab: Vorlauftemperatur des Heizsystems, DĂ€mmzustand der GebĂ€udehĂŒlle und verfĂŒgbare AußenflĂ€che oder Außenluft. Ein Haus mit Heizkörpern und einer Vorlauftemperatur von 70 °C ist ohne Sanierung fĂŒr eine Luft-Wasser-WĂ€rmepumpe ungeeignet – der COP sinkt bei hohen Vorlauftemperaturen auf Werte unter zwei, was den Betrieb unwirtschaftlich macht. Wer das im ExposĂ© sachlich benennt und gleichzeitig auf den individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) hinweist, den KĂ€ufer ĂŒber die BAFA beantragen können, handelt seriös.

Viele Kaufinteressenten wissen das nicht. Sie kommen mit dem Wunsch nach einer WĂ€rmepumpe und werden enttĂ€uscht, wenn das Objekt erst fĂŒr 20.000 bis 40.000 € hydraulisch abgeglichen und gedĂ€mmt werden mĂŒsste. FrĂŒhzeitige Transparenz verhindert geplatzte Deals kurz vor Notartermin.

Lage-Daten jenseits der Schulnote

Die Angabe „gute Lage" sagt Kaufinteressenten wenig. Was sie interessiert: Wie hoch ist der amtliche Bodenrichtwert laut dem jeweiligen Gutachterausschuss? Liegt das GrundstĂŒck im Hochwasserbereich HQ100? Gibt es LĂ€rmbelastungen nach RLS-90-Norm, die den Wert mindern? Ist das GrundstĂŒck nach ImmoWertV im Bodenrichtwert bereits mit einer Bebauungsplanzone versehen, die eine Nachverdichtung erlaubt oder verhindert?

Diese Informationen sind öffentlich zugĂ€nglich, aber verteilt ĂŒber kommunale Geoportale, Umweltatlas-Dienste und ALKIS-Daten. Im ExposĂ© gebĂŒndelt dargestellt, heben sie das Dokument deutlich vom Branchenstandard ab:

  • Bodenrichtwert in €/mÂČ (aktuell, mit Angabe des Stichtags)
  • Bebauungsplan: GrundflĂ€chenzahl (GRZ), GeschossflĂ€chenzahl und Vollgeschosse
  • Hochwasserrisikozone ja/nein
  • LĂ€rmpegelbereich tagsĂŒber in dB(A)
  • Restnutzungsdauer nach Sachwertverfahren (Baujahr + normalĂŒbliche Gesamtnutzungsdauer)

Rechtliche Grenzen der DatenprÀsentation

Makler sind keine Energieberater und keine Gutachter. Öffentlich zugĂ€ngliche Daten dĂŒrfen zitiert werden, aber ohne GewĂ€hrleistung fĂŒr deren AktualitĂ€t und ohne Beratungscharakter. FĂŒr einen verbindlichen Verkehrswert ist ein SachverstĂ€ndigengutachten nach ImmoWertV erforderlich. Ein Hinweis auf die Quellen – etwa: „Bodenrichtwert laut Gutachterausschuss [Gemeinde], Stand [Quartal/Jahr]" – ist sowohl haftungsrechtlich sinnvoll als auch fĂŒr Kaufinteressenten transparent.

Der Energieausweis wiederum ist Pflichtdokument und darf nicht durch eigene SchÀtzungen ersetzt werden. Wer keinen aktuellen Ausweis vorliegen hat, muss einen bedarfsbasierten oder verbrauchsbasierten Ausweis vor Angebotsveröffentlichung beschaffen.

Wie ein datengestĂŒtztes ExposĂ© in der Praxis aussieht

Der Aufbau eines aufgewerteten ExposĂ©s folgt einer klaren Logik: zuerst die amtlichen Standortdaten (Bodenrichtwert, Lagebeschreibung mit Kennzahlen), dann die GebĂ€udedaten (Baujahr, Baualtersklasse, Energieausweis-Kennwerte, U-Wert der Außenbauteile soweit bekannt), anschließend das Potenzial (Solar, WĂ€rmepumpe, Sanierungsfahrplan) und zuletzt die kaufmĂ€nnische Einordnung (Restnutzungsdauer, Vergleichswerte der Umgebung). Jeder Abschnitt wird mit Quellenangabe versehen.

Das erfordert zu Beginn etwas Mehraufwand pro Objekt – realistisch eine bis zwei Stunden fĂŒr die Datenbeschaffung. Bei einem durchschnittlichen Provisionsvolumen von 10.000 bis 25.000 € netto pro Transaktion ist das eine ĂŒberschaubare Investition. Und es differenziert vom Wettbewerb, ohne dass eine einzige Marketingaussage getroffen werden muss.


Die Rohdaten fĂŒr ein solches ExposĂ© – Solarpotenzial, WĂ€rmepumpen-Eignung, Bodenrichtwert, DĂ€mmzustand und Lagemerkmale – lassen sich fĂŒr jede Adresse aus amtlichen Quellen zusammenstellen. Das HausDossier aggregiert diese Informationen strukturiert, sodass sie direkt in die ExposĂ©-Erstellung einfließen können.

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Das HausDossier liefert fĂŒr jede Adresse amtliche Kennzahlen zu Solarpotenzial, WĂ€rmepumpen-Eignung, GrundstĂŒckswert und Lage – als strukturierte Grundlage fĂŒr ein datengestĂŒtztes ExposĂ©.

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