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WÄRMEPUMPE & HEIZUNG

Warmwasser-Wärmepumpe als günstiger Einstieg

· HausDossier Redaktion · 3 Min. Lesezeit

Rund 2.500 Kilowattstunden Strom verbraucht ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt jedes Jahr allein für die Warmwasserbereitung — mit einem herkömmlichen Elektroboiler. Eine Warmwasser-Wärmepumpe, auch Brauchwasser-Wärmepumpe genannt, halbiert diesen Verbrauch in der Praxis oft mehr als. Für viele Eigentümer ist sie der günstigste erste Schritt in Richtung erneuerbarer Wärme, weil sie ohne Eingriff in die Heizungsanlage auskommt.

Was genau ist eine Warmwasser-Wärmepumpe?

Eine Warmwasser-Wärmepumpe ist ein kompaktes Gerät, das Umgebungsluft aus dem Aufstellraum nutzt, um Wasser auf 55 bis 60 Grad zu erhitzen. Technisch funktioniert das wie bei einem Kühlschrank — nur in umgekehrter Richtung: Ein Kältemittelkreislauf entzieht der Raumluft Energie und gibt sie ans Brauchwasser ab. Das Gerät kombiniert einen Warmwasserspeicher von typischerweise 200 bis 300 Litern mit der Wärmepumpentechnik in einem einzigen Gehäuse. Es braucht lediglich einen Stromanschluss, einen Abluftkanal oder ausreichend Raumvolumen sowie Kalt- und Warmwasseranschlüsse. Die Installation dauert bei guter Vorbereitung oft nur einen Tag.

Effizienz und reale Kennzahlen

Der entscheidende Vorteil liegt im Verhältnis von eingesetztem Strom zu erzeugter Wärme. Moderne Geräte erreichen einen COP von 2,5 bis 3,5 — das bedeutet: Aus einer Kilowattstunde Strom werden 2,5 bis 3,5 Kilowattstunden Wärme. Ein Elektroboiler liefert dagegen immer genau 1:1. Die JAZ, also die Jahresarbeitszahl über alle Betriebsstunden hinweg, liegt je nach Aufstellbedingungen bei 2,0 bis 3,0. Entscheidend ist dabei die Lufttemperatur im Aufstellraum: Kühlere Kellerräume (unter 10 Grad) mindern die Effizienz spürbar, gut temperierte Hauswirtschaftsräume oder Garagen mit 15 bis 20 Grad sind ideal.

Rechenbeispiel: Amortisation nach sechs Jahren

Ein konkretes Beispiel verdeutlicht die Wirtschaftlichkeit. Angenommen, ein Haushalt ersetzt einen alten Elektroboiler durch eine Warmwasser-Wärmepumpe:

  • Bisheriger Verbrauch Elektroboiler: 2.500 kWh/Jahr × 0,32 €/kWh = 800 €/Jahr
  • Neuer Verbrauch mit JAZ 2,5: 2.500 ÷ 2,5 = 1.000 kWh/Jahr × 0,32 €/kWh = 320 €/Jahr
  • Ersparnis: 480 €/Jahr
  • Gerätekosten: ca. 1.800 € (Gerät + Montage)
  • Nach BEG-Förderung (15 % Grundförderung, Stand Ende 2024): effektive Kosten ca. 1.530 €
  • Amortisation: 1.530 ÷ 480 = ca. 3,2 Jahre

Bei einem Gasboiler, der per Durchlauferhitzer oder Kombithermen ohnehin schon günstig arbeitet, fällt der Spareffekt geringer aus. Bitte beachten Sie: Strompreise, Förderkonditionen und BEG-Sätze können sich ändern; die aktuellen Werte veröffentlicht die BAFA fortlaufend auf ihrer Website.

Förderung über BEG und Steuerbonus

Warmwasser-Wärmepumpen sind förderfähig über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), sofern sie in Bestandsgebäuden eingebaut werden und bestimmte Effizienzanforderungen erfüllen. Die Grundförderung beträgt derzeit 15 % der förderfähigen Kosten; mit Klimageschwindigkeitsbonus oder Einkommensbonus kann der Satz auf bis zu 35 % steigen. Die Abwicklung läuft über die BAFA, der Antrag muss vor Auftragserteilung gestellt werden. Alternativ lässt sich die Sanierungsmaßnahme über § 35c EStG steuerlich absetzen — das ist für Selbstnutzer unter Umständen attraktiver, schließt aber die BAFA-Förderung aus. Die KfW bietet ergänzend zinsgünstige Darlehen über das BEG-Programm an.

Worauf Sie beim Aufstellort achten sollten

Der häufigste Planungsfehler ist ein zu kleiner Aufstellraum. Die Faustregel: Pro 100 Liter Speichervolumen sind mindestens 10 bis 15 Kubikmeter Raumvolumen nötig, damit sich die Luft nicht zu stark abkühlt. Das Gerät entzieht dem Raum Wärme — im Sommer ist das angenehm, im Winter kann es die Raumtemperatur im Keller senken und die Heizlast erhöhen. Wichtige Punkte im Überblick:

  • Raumtemperatur dauerhaft über 7 Grad (sonst schaltet der Elektroheizstab zu)
  • Schallschutz beachten: Geräuschpegel liegt bei 40 bis 55 dB(A), Schlafräume darüber meiden
  • Kondensat-Ablauf vorsehen (1 bis 4 Liter pro Tag je nach Luftfeuchtigkeit)
  • Ausreichender Abluftkanal oder Zuluftöffnung ins Freie, falls der Raum zu klein ist
  • Gerät nicht direkt neben dem Heizkessel aufstellen, wenn dieser Abwärme abgibt

Grenzen des Konzepts

Eine Warmwasser-Wärmepumpe ersetzt keine Heizungsanlage. Sie liefert ausschließlich Brauchwasser für Dusche, Bad und Küche. Wer auf eine Wärmepumpe als Vollheizung umstellen will, braucht eine Luft-Wasser- oder Sole-Wasser-Wärmepumpe — ein technisch und finanziell deutlich aufwendigeres Vorhaben. Außerdem sind ältere Gebäude mit ungedämmter Gebäudehülle und hohen Vorlauftemperaturen für eine Vollwärmepumpe oft schlecht geeignet, während die Warmwasser-Wärmepumpe davon unberührt bleibt. Gerade deshalb ist sie für unsanierte Bestandsgebäude häufig der sinnvollste erste Schritt: überschaubare Investition, klar kalkulierbarer Nutzen, keine Abhängigkeit vom Heizungssystem.

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