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FĂ–RDERUNG & FINANZIERUNG

Energieberater finden: Worauf Sie achten sollten

· HausDossier Redaktion · 4 Min. Lesezeit

Rund 80 Prozent der Förderanträge über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) scheitern nicht an der Technik, sondern an formalen Fehlern in der Antragstellung. Der häufigste Grund: Der beauftragte Berater war nicht für das jeweilige Programm zugelassen. Wer also Geld sparen will, sollte bei der Wahl des Energieberaters ebenso sorgfältig vorgehen wie bei der Wahl des Handwerkers.

Was ein Energieberater tatsächlich macht

Der Begriff "Energieberater" ist in Deutschland nicht gesetzlich geschützt. Jeder darf sich so nennen. Entscheidend ist deshalb, welche konkreten Aufgaben Sie vergeben wollen. Geht es nur um einen Energieausweis für den Hausverkauf, reicht ein einfacher Aussteller. Wollen Sie hingegen Fördermittel über KfW oder BAFA abrufen oder einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) nach GEG §48 erstellen lassen, brauchen Sie zwingend einen sogenannten Energieeffizienz-Experten (EEE) der Deutschen Energie-Agentur (dena). Nur diese Fachkräfte sind berechtigt, Anträge für KfW-Bundesförderung zu stellen und BEG-Maßnahmen zu bestätigen.

Wo Sie qualifizierte Berater finden

Die dena führt unter expertenlistedes BAFA.de eine öffentliche, kostenlos durchsuchbare Liste aller zugelassenen Energieeffizienz-Experten. Alternativ bietet die Verbraucherzentrale in allen Bundesländern geförderte Erstberatungen an — teils kostenlos, teils für einen Eigenanteil von 30 bis 60 Euro. Weitere Anlaufstellen sind:

  • Energieberatung der Verbraucherzentrale (bundesweit, staatlich gefördert)
  • dena-Expertenliste (offizielles Register fĂĽr BEG-zugelassene Berater)
  • Handwerkskammern und Ingenieurkammern (regionale Listen)
  • BAFA-Zugelassene Beratende (speziell fĂĽr Bundesförderung Energieberatung Wohngebäude, BEW)
  • Lokale Klimaschutzagenturen (oft kostenfreie Erstberatung)

Meiden Sie Berater, die gleichzeitig Produkte oder Handwerksleistungen verkaufen. Ein unabhängiger Berater hat kein Interesse daran, Ihnen eine bestimmte Heizung oder Dämmung zu empfehlen.

Kosten und Förderung der Beratung selbst

Eine vollständige Energieberatung mit iSFP für ein Einfamilienhaus kostet je nach Aufwand zwischen 1.000 und 2.500 Euro. Das klingt viel — ist es aber nur auf den ersten Blick. Das BAFA fördert die Energieberatung für Wohngebäude mit bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten. Der Förderhöchstbetrag liegt derzeit bei 1.300 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser (Stand: Ende 2024; Konditionen können sich ändern). In der Praxis zahlen viele Eigentümer also nur 300 bis 500 Euro aus eigener Tasche.

Rechenbeispiel: Eine Beratung kostet 1.500 Euro. Das BAFA übernimmt 80 Prozent von 1.300 Euro förderfähigen Kosten, also 1.040 Euro. Sie zahlen 460 Euro selbst. Nutzen Sie den iSFP anschließend für eine Dachsanierung (U-Wert nach Maßnahme ≤ 0,14 W/m²K), erhalten Sie über die BEG Einzelmaßnahmen einen Förderbonus von 5 Prozentpunkten auf die ohnehin schon hohen Grundförderquoten — bei einer Dämmmaßnahme von 20.000 Euro entspricht das 1.000 Euro zusätzlicher Förderung. Die Beratungskosten haben sich damit bereits vor der Heizungsinstallation gerechnet.

Worauf Sie beim ersten Gespräch achten sollten

Ein seriöser Energieberater wird Ihr Gebäude vor Ort besichtigen wollen. Fernberatungen auf Basis von Fotos und Grundrissen sind für die Erstellung eines iSFP nicht ausreichend und von der BAFA auch nicht anerkannt. Fragen Sie beim ersten Telefonat gezielt:

  • Sind Sie in der dena-Expertenliste eingetragen?
  • Welche Zulassungen haben Sie konkret (BEG Wohngebäude, BEG Nichtwohngebäude)?
  • Erstellen Sie den Förderantrag oder beauftrage ich dafĂĽr jemand anderen?
  • Wie läuft die Begehung ab, wie lange dauert sie?

Berater, die diese Fragen ausweichen oder pauschal "alles" zusagen, ohne nach dem Gebäudetyp zu fragen, sind ein Warnsignal.

Der iSFP als strategisches Werkzeug

Der individuelle Sanierungsfahrplan ist mehr als eine Pflichtübung für die Förderung. Er legt fest, in welcher Reihenfolge Sie Ihr Gebäude sinnvoll modernisieren — typischerweise erst die Gebäudehülle dämmen, dann die Heizung tauschen. Diese Logik ist technisch begründet: Eine neue Wärmepumpe arbeitet effizienter, wenn das Haus zuvor gut gedämmt wurde und damit niedrigere Vorlauftemperaturen ausreichen. Ein iSFP, der diese Reihenfolge dokumentiert, sichert Ihnen außerdem über mehrere Jahre den iSFP-Bonus innerhalb der BEG, sofern Sie die Maßnahmen schrittweise umsetzen.

Was Sie selbst vorbereiten können

Je besser Sie in das Erstgespräch gehen, desto effizienter arbeitet der Berater — und desto günstiger wird die Beratung. Hilfreich sind: Baupläne oder zumindest eine grobe Skizze des Grundrisses, der letzte Energieausweis falls vorhanden, Heizkostenabrechnungen der letzten drei Jahre sowie Informationen zum Baujahr und zu bereits durchgeführten Sanierungen. Wer das Baujahr, die Bauart und die ungefähre Wohnfläche kennt, kann dem Berater bereits einschätzen helfen, ob eine Vollsanierung oder Einzelmaßnahmen sinnvoller sind.


Wer wissen möchte, welche Kennwerte seine Immobilie bereits mitbringt — Baualtersklasse, Dachform, Solarpotenzial, mögliche Wärmepumpen-Eignung — kann das HausDossier als Ausgangspunkt nutzen. Die Daten stammen aus amtlichen Quellen und liefern eine sachliche Grundlage, bevor der erste Berater die Türschwelle betritt.

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