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WÄRMEPUMPE & HEIZUNG

Wärmepumpe und Stromtarif: Wärmepumpentarife erklärt

· HausDossier Redaktion · 3 Min. Lesezeit

Rund 30 Cent pro Kilowattstunde kostet Haushaltsstrom in Deutschland derzeit im Bundesdurchschnitt. Eine Wärmepumpe, die im Jahr 5.000 kWh Strom zieht, schlägt damit mit etwa 1.500 Euro zu Buche — allein fürs Heizen. Wärmepumpentarife versprechen, diesen Betrag um 15 bis 25 Prozent zu senken. Ob das Versprechen hält, hängt von mehreren Faktoren ab.

Was ein Wärmepumpentarif überhaupt ist

Wärmepumpentarife sind Sondertarife, die Energieversorger speziell für Haushalte anbieten, die eine elektrische Wärmepumpe betreiben. Der Kilowattstundenpreis liegt dabei spürbar unter dem normalen Haushaltsstrompreis — typischerweise zwischen 22 und 27 Cent/kWh (Stand Anfang 2025, Preise ändern sich laufend). Im Gegenzug darf der Netzbetreiber die Wärmepumpe bis zu drei Mal täglich für jeweils maximal zwei Stunden abschalten, um Lastspitzen im Netz zu glätten. Diese Regelung ist in § 14a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) verankert, der seit Januar 2024 in seiner überarbeiteten Fassung gilt.

Der Tarif gilt ausschließlich für den Wärmepumpenstrom. Dazu ist ein separater Zähler oder Unterzähler nötig, der Wärmepumpenstrom und Haushaltsstrom messtechnisch trennt. Die Installationskosten für diesen Zähler trägt in der Regel der Netzbetreiber, sofern er die steuerbare Verbrauchseinrichtung gemäß § 14a EnWG registriert.

Wie die Abschaltung in der Praxis aussieht

Drei Abschaltungen à zwei Stunden klingt nach viel. In der Praxis fällt das für die meisten Gebäude kaum auf, weil ein gut dimensionierter Pufferspeicher die Unterbrechungen überbrückt. Neuere Regelungen erlauben dem Netzbetreiber, die Leistung zu dimmen statt hart abzuschalten — die Wärmepumpe läuft dann mit reduzierter Leistung weiter. Für Gebäude mit schlechter Dämmung oder ohne Pufferspeicher kann es an besonders kalten Tagen dennoch zu kurzen Komforteinbußen kommen.

Ein konkretes Rechenbeispiel

Ein Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche, Baujahr 1990, hat nach einer hydraulischen Sanierung eine Wärmepumpe eingebaut. Die Jahresarbeitszahl liegt bei 3,2. Der jährliche Wärmebedarf beträgt 16.000 kWh, woraus sich ein Stromverbrauch der Wärmepumpe von 5.000 kWh ergibt.

  • Normaler Haushaltsstromtarif: 5.000 kWh × 0,30 €/kWh = 1.500 € pro Jahr
  • Wärmepumpentarif: 5.000 kWh × 0,25 €/kWh = 1.250 € pro Jahr
  • Ersparnis: 250 € jährlich — bei einem Zählereinbau ohne Eigenkosten ist die Amortisation damit sofort gegeben.

Steigt der Wärmebedarf — etwa bei einem größeren Haus oder einer schlechter gedämmten Hülle — wächst die absolute Ersparnis entsprechend. Bei 8.000 kWh Wärmepumpenstrom liegt die Differenz bereits bei 400 € im Jahr.

Voraussetzungen für den Tarifwechsel

Nicht jeder Haushalt kann einfach in den Wärmepumpentarif wechseln. Diese Bedingungen müssen erfüllt sein:

  • Vorhandene oder neu installierte elektrische Wärmepumpe (Luft-Wasser oder Sole-Wasser)
  • Zustimmung zur steuerbaren Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG
  • Separater Zähler für den Wärmepumpenstromkreis
  • Anmeldung beim Netzbetreiber (nicht nur beim Stromversorger)
  • Angebot eines Wärmepumpentarifs durch den gewählten Versorger am jeweiligen Netzgebiet

Der letzte Punkt ist entscheidend: Nicht alle Versorger bieten Wärmepumpentarife in allen Netzgebieten an. Ein Vergleich lohnt sich, da die Preisunterschiede zwischen Anbietern erheblich sein können.

Wärmepumpentarif und Photovoltaik kombinieren

Wer zusätzlich eine Photovoltaikanlage betreibt, steht vor einer Abwägung. Tagsüber erzeugt die PV-Anlage Strom, den die Wärmepumpe günstig oder kostenlos nutzen kann. Der Wärmepumpentarif bringt dann vor allem nachts oder in strahlungsarmen Perioden einen Vorteil. Eine Kombination beider Strategien — eigenerzeugter Solarstrom tagsüber, günstigerer Netzbezug nachts — ist technisch möglich und kann die Energiekosten weiter drücken. Für die steuerliche und förderrechtliche Behandlung des Eigenverbrauchs nach EEG gelten eigene Regeln, die sich regelmäßig ändern.

Was der Tarif nicht leistet

Ein Wärmepumpentarif senkt den Preis pro Kilowattstunde. Er ändert nichts daran, wie viele Kilowattstunden die Wärmepumpe verbraucht. Wer bei einer schlecht gedämmten Hülle, zu hohen Vorlauftemperaturen oder einem nicht abgeglichenen Heizsystem ansetzt, erzielt oft größere Einsparungen als durch den bloßen Tarifwechsel. Der Tarif ist ein sinnvolles Werkzeug — aber kein Ersatz für eine effizient betriebene Anlage.


Bevor Sie einen Wärmepumpentarif abschließen, lohnt sich ein Blick auf die Rahmenbedingungen Ihrer Immobilie: Wie hoch ist die tatsächliche Heizlast, und wie gut ist das Gebäude auf den Wärmepumpenbetrieb vorbereitet? Das HausDossier liefert dazu eine Ersteinschätzung auf Basis amtlicher Gebäude- und Lageinformationen.

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