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TECHNIK & INNOVATION

Haustechnik im Wandel: was es seit wann gibt

· HausDossier Redaktion · 2 Min. Lesezeit

Ein Haus ist immer auch ein Zeitdokument. An Heizung, Fenstern und Wandaufbau lässt sich oft auf ein Jahrzehnt genau ablesen, wann es gebaut wurde — denn jede Epoche hatte ihren technischen Standard. Dieser Zeitstrahl erklärt, warum die Baualtersklasse für die Bewertung eines Hauses so aussagekräftig ist.

Bis in die 1970er: Wärme war billig

In der Nachkriegszeit und bis zur ersten Ölkrise 1973 war Energie so günstig, dass Dämmung kaum eine Rolle spielte. Häuser dieser Zeit haben oft ungedämmte Massivwände, einfach verglaste Fenster und hohe U-Werte. Geheizt wurde mit Kohle, später mit Öl- und Gaskesseln, die mit hohen Vorlauftemperaturen liefen. Viele dieser Gebäude verbrauchen heute ein Vielfaches eines modernen Hauses.

Die Ă–lkrisen als Weckruf

Die Ölpreisschocks der 1970er veränderten alles. 1977 trat die erste Wärmeschutzverordnung in Kraft — erstmals wurden Mindestanforderungen an die Dämmung gestellt. In den Folgejahren wurde sie mehrfach verschärft. Häuser ab Ende der 1970er sind deshalb oft schon spürbar besser gedämmt als ihre Vorgänger, auch wenn sie aus heutiger Sicht noch viel Potenzial haben.

Die 1990er und 2000er: Effizienz wird Standard

Mit der Wärmeschutzverordnung 1995 und der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2002 zog das Effizienzdenken endgültig ein. Doppelverglasung wurde Standard, Brennwertkessel lösten alte Heizwertkessel ab und nutzten erstmals die Wärme der Abgase. Dämmung gehörte nun selbstverständlich zum Neubau. Häuser dieser Jahrgänge sind energetisch ein anderes Kaliber als die der 1960er.

Ab den 2010ern: erneuerbar und vernetzt

Mit EnEV-Verschärfungen und schließlich dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) rückten erneuerbare Wärme und sehr niedrige Verbräuche in den Vordergrund. Die Wärmepumpe wurde vom Exoten zur Standardheizung im Neubau, Photovoltaik zur Selbstverständlichkeit. Flächenheizungen mit niedriger Vorlauftemperatur, kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung und Smart-Home-Steuerungen kamen hinzu. Das Haus wurde vom Energieverbraucher zum kleinen Energiesystem.

Was heute neu ist

Aktuell verschieben sich die Grenzen weiter: Batteriespeicher werden bezahlbar, dynamische Stromtarife belohnen flexible Verbraucher, Wärmepumpe und E-Auto wachsen mit Photovoltaik zusammen. Energiemanagementsysteme koordinieren, wann welcher Verbraucher läuft. Vieles davon lässt sich auch im Bestand nachrüsten.

Warum das Baujahr so viel verrät

Aus dem Baujahr lässt sich die Baualtersklasse ableiten — und damit der typische Dämmstandard, die wahrscheinlichen U-Werte und der mutmaßliche Energieverbrauch eines Hauses. Das ist keine exakte Messung, aber ein erstaunlich treffsicherer Ausgangspunkt für jede Sanierungsüberlegung. Wer weiß, „aus welcher Zeit" sein Haus technisch stammt, weiß auch, wo die größten Hebel liegen — und genau diese Einordnung steht am Anfang eines fundierten Hausdossiers.

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Was steckt im Baujahr Ihres Hauses?

Das Baujahr verrät viel über Dämmstandard und Haustechnik. Das HausDossier ordnet Ihr Gebäude in seine Baualtersklasse ein und leitet daraus typische U-Werte und Sanierungspotenziale ab.

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