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TECHNIK & INNOVATION

Die Geschichte der Solarenergie: von der Nische zum Massenmarkt

· HausDossier Redaktion · 2 Min. Lesezeit

Wer heute eine Solaranlage aufs Dach setzt, profitiert von einer der schnellsten Kostensenkungen der Technikgeschichte. Dass Photovoltaik einmal der gĂŒnstigste Weg sein wĂŒrde, Strom zu erzeugen, hĂ€tte vor zwanzig Jahren kaum jemand fĂŒr möglich gehalten. Ein Blick zurĂŒck erklĂ€rt, warum sich die Frage „lohnt sich das?" heute so anders stellt als damals.

Die AnfÀnge: teuer und idealistisch

Das physikalische Prinzip — der photoelektrische Effekt — ist seit dem 19. Jahrhundert bekannt, und die erste praktisch nutzbare Silizium-Solarzelle entstand 1954 in den Bell Laboratories. Lange war Photovoltaik aber nur dort wirtschaftlich, wo es keine Alternative gab: in der Raumfahrt. Eine Zelle kostete ein Vielfaches dessen, was sie an Strom je liefern wĂŒrde. Auf deutschen DĂ€chern war Solar bis in die 1990er ein teures Bekenntnis von Idealisten.

Der Wendepunkt: das EEG

Der entscheidende Hebel kam im Jahr 2000 mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Es garantierte jedem, der Solarstrom einspeiste, ĂŒber zwanzig Jahre eine feste, auskömmliche VergĂŒtung. Das schuf erstmals einen verlĂ€sslichen Markt — und dieser Markt skalierte die Produktion. Anfangs lagen die EinspeisevergĂŒtungen bei ĂŒber 50 Cent pro Kilowattstunde; heute liegen sie im einstelligen Cent-Bereich, weil die Anlagen so viel gĂŒnstiger geworden sind, dass sie es nicht mehr brauchen.

Der Preissturz

In den letzten rund 15 Jahren sind die Kosten fĂŒr Solarmodule um ĂŒber 90 Prozent gefallen. Mehrere KrĂ€fte wirkten zusammen: die Massenfertigung, gewaltige ProduktionskapazitĂ€ten in Asien, effizientere Zellen und ausgereifte Wechselrichter. Was frĂŒher als „Lernkurve" beschrieben wurde — jede Verdopplung der produzierten Menge senkte den Preis um einen festen Prozentsatz —, wurde zur globalen RealitĂ€t. Heute ist Photovoltaik laut internationalen Energieagenturen vielerorts die billigste Form der Stromerzeugung ĂŒberhaupt.

Was sich technisch verÀndert hat

Parallel zum Preis stieg die Leistung. Module, die vor 15 Jahren 200 Watt lieferten, bringen heute auf gleicher FlĂ€che oft das Doppelte. Hinzu kamen praktische SprĂŒnge: Leistungsoptimierer und Modulwechselrichter machen verschattete DĂ€cher nutzbar, Batteriespeicher wurden bezahlbar, und SteckersolargerĂ€te („Balkonkraftwerke") öffneten die Technik auch fĂŒr Mieter.

Vom Förderobjekt zum SelbstlÀufer

Der vielleicht grĂ¶ĂŸte Wandel ist ein gedanklicher: Photovoltaik braucht keine Förderung mehr, um sich zu rechnen. Heute trĂ€gt der Eigenverbrauch die Wirtschaftlichkeit — jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt teuren Netzstrom. Die EinspeisevergĂŒtung ist zur Nebensache geworden, der eigene Verbrauch zur Hauptsache.

Was das fĂŒr heute bedeutet

Wer 2010 eine Anlage baute, zahlte ein Vielfaches und rechnete ĂŒber die Einspeisung. Wer heute baut, zahlt einen Bruchteil und rechnet ĂŒber die UnabhĂ€ngigkeit vom Netz. Die Technik ist erwachsen geworden — und damit auch die Entscheidung, die heute weniger eine Glaubensfrage als eine Rechnung ist. Wie diese Rechnung fĂŒr Ihr Dach ausfĂ€llt, hĂ€ngt von dessen konkreten Eigenschaften ab.

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Was frĂŒher Tausende kostete, ist heute Standard. Das HausDossier zeigt, was eine moderne Solaranlage auf Ihrem Dach leisten könnte — mit aktuellen Ertrags- und Kostenannahmen.

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