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WÄRMEPUMPE & HEIZUNG

„Wärmepumpen funktionieren im Altbau nicht" — der Faktencheck

· HausDossier Redaktion · 2 Min. Lesezeit

Kaum eine Behauptung hält sich so hartnäckig wie diese: Im Altbau funktioniere eine Wärmepumpe nicht, das sei nur etwas für Neubauten. Wie bei vielen Mythen steckt ein wahrer Kern darin — aber die pauschale Aussage ist falsch. Schauen wir genauer hin.

Woher der Mythos kommt

Die Skepsis hat einen realen Ursprung: Frühe Wärmepumpen aus den 1980er- und 90er-Jahren waren weniger leistungsfähig, und viele Altbauten wurden mit sehr hohen Vorlauftemperaturen von 70 °C und mehr beheizt. Eine Wärmepumpe, die ständig Wasser auf 70 °C bringen muss, arbeitet tatsächlich ineffizient. Aus dieser Kombination entstand der Ruf, Wärmepumpe und Altbau passten nicht zusammen.

Was sich geändert hat

Moderne Wärmepumpen erreichen heute problemlos Vorlauftemperaturen von 55 bis 60 °C mit vertretbarer Effizienz — und genau das genügt vielen Bestandsgebäuden. Das renommierte Fraunhofer ISE hat in mehrjährigen Feldstudien hunderte Wärmepumpen im Bestand vermessen und kam zu einem klaren Ergebnis: Auch in unsanierten und teilsanierten Altbauten erreichen Luft-Wasser-Wärmepumpen im Schnitt Jahresarbeitszahlen um 3 — sie machen also aus einer Kilowattstunde Strom rund drei Kilowattstunden Wärme.

Worauf es wirklich ankommt

Entscheidend ist nicht das Baujahr, sondern die Vorlauftemperatur, mit der das Haus warm wird. Diese hängt von drei Dingen ab: der Dämmung der Gebäudehülle, der Größe der Heizflächen und der korrekten Einstellung der Anlage. Viele Altbauten haben über die Jahre bereits neue Fenster oder eine Dachdämmung erhalten und kommen mit deutlich weniger als 70 °C aus. Oft reicht es, einzelne unterdimensionierte Heizkörper zu tauschen und einen hydraulischen Abgleich durchzuführen.

Wo der Mythos einen Punkt hat

Ehrlich bleibt: Es gibt Häuser, in denen eine Wärmepumpe ohne Vorarbeiten unwirtschaftlich wäre — etwa ein vollständig ungedämmtes Gebäude mit kleinen alten Heizkörpern, das selbst bei mildem Wetter 70 °C braucht. Hier ist die Reihenfolge wichtig: erst die größten Wärmeverluste reduzieren, dann die Wärmepumpe. Wer das überspringt, riskiert hohe Stromrechnungen — und genau diese Fälle nähren den Mythos.

Das Urteil

Überwiegend falsch. Die meisten Altbauten lassen sich mit einer Wärmepumpe effizient beheizen, oft schon nach kleinen Anpassungen an Heizflächen und Einstellung. Pauschal abzuraten ist genauso unseriös wie pauschal zuzuraten. Die Antwort liegt in den konkreten Daten des einzelnen Hauses — nicht in seinem Baujahr.

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