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SOLAR & PHOTOVOLTAIK

„Solar lohnt sich in Deutschland nicht" — der Faktencheck

· HausDossier Redaktion · 2 Min. Lesezeit

„In Deutschland scheint doch viel zu selten die Sonne" — mit diesem Satz wird Photovoltaik gern abgetan. Er klingt plausibel und ist trotzdem falsch. Der Faktencheck.

Die Zahlen, um die es geht

Das Maß für das Solarangebot eines Standorts ist die Globalstrahlung in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. In Deutschland liegt sie je nach Region zwischen rund 950 kWh/m² im Norden und 1.250 kWh/m² im Süden. Der Unterschied zwischen Flensburg und Freiburg beträgt also etwa 20 bis 25 Prozent — spürbar, aber weit kleiner, als der Mythos suggeriert. Selbst der „sonnenärmste" Landstrich erreicht ein Niveau, mit dem Photovoltaik sicher wirtschaftlich ist.

Der internationale Vergleich entlarvt den Mythos

Deutschland ist seit Jahren einer der größten Photovoltaik-Märkte der Welt — mit mehr installierter Leistung pro Kopf als das sonnenreiche Spanien über lange Zeiträume. Und ein oft genanntes Detail: Selbst das vielfach verspottete Norddeutschland hat ein höheres Solarangebot als manche Region, in der Photovoltaik längst Standard ist. Wäre der Mythos wahr, hätte sich diese Technik hierzulande nie durchgesetzt.

Warum die Diffusstrahlung unterschätzt wird

Photovoltaik braucht keinen blauen Himmel. Module erzeugen auch bei bedecktem Wetter Strom, weil sie nicht nur die direkte Sonne, sondern auch die diffuse Himmelsstrahlung nutzen. Ein erheblicher Teil des Jahresertrags entsteht an Tagen, die wir gefühlt als „grau" abtun. Moderne Module reagieren zudem besser auf schwaches Licht als ältere Generationen.

Was wirklich ĂĽber den Ertrag entscheidet

Nicht die Region, sondern das einzelne Dach: Ausrichtung, Neigung und vor allem Verschattung machen den Unterschied. Ein optimal ausgerichtetes Dach in Hamburg liefert mehr als ein verschattetes Norddach in München. Pro installiertem Kilowatt-Peak sind in ganz Deutschland 900 bis 1.050 kWh Jahresertrag realistisch — die regionale Streuung ist kleiner als die zwischen einem guten und einem schlechten Dach am selben Ort.

Ein Rechenbeispiel

Eine 8-kWp-Anlage erzeugt im Norden vielleicht 7.200 kWh, im Süden 7.900 kWh — ein Unterschied von rund 700 kWh oder grob 200 Euro Stromwert im Jahr. Bei Anlagenkosten von 12.000 Euro verschiebt das die Amortisation um etwa ein Jahr. Aus diesem überschaubaren Unterschied ein „lohnt sich nicht im Norden" zu machen, ist schlicht nicht haltbar.

Das Urteil

Falsch. Photovoltaik rechnet sich in ganz Deutschland, von der Küste bis zu den Alpen. Entscheidend ist nicht die Postleitzahl, sondern das konkrete Dach — und dessen Potenzial lässt sich für jede Adresse bestimmen.

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Globalstrahlung, Ausrichtung und Verschattung bestimmen den Ertrag — und die unterscheiden sich von Dach zu Dach mehr als von Nord nach Süd. Das HausDossier berechnet das Solarpotenzial für Ihre Adresse.

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